Trotz Pferdeseuche

Millionen-Springen findet statt

Von Evi Simeoni
04.03.2021
, 17:41
Das hochkarätige Spring-Turnier in Doha hat begonnen – trotz der Angst vor dem aggressiven Herpes-Virus. 752 Pferde wurden identifiziert und gesperrt. Sechs Pferde sind bislang gestorben.

Trotz der allgegenwärtigen Angst vor dem aggressiven Herpes-Virus hat am Donnerstag das hochkarätige Springturnier in Doha begonnen. Zum Programm gehört die erste Etappe der Millionen-Serie Global Champions Tour am Samstag. Am Start sind auch die deutschen Top-Reiter Christian Ahlmann, Marcus Ehning und Philipp Weishaupt mit ihren Top-Pferden.

Die Internationale Reiterliche Vereinigung (FEI) hat sich mit den Organisatoren darauf geeinigt, die Veranstaltung zu starten, obwohl zwei der beiden Pferde des deutschen Springreiters Sven Schlüsselburg, die sich in Doha in Isolation befinden, positiv auf das Virus getestet worden waren. Mittlerweile sind die Pferde wieder negativ. Nur eins der Pferde zeigte Symptome.

Verlauf der Infektionen

Die Tests aller anderen anwesenden Turnierpferde seien negativ ausgefallen, teilte die FEI mit. Zudem werde das Turnier unter verschärften Hygienemaßnahmen abgehalten. Nachdem das Virus bei einer Turnierserie in Valencia ausgebrochen war, hatte die FEI über zehn europäische Länder einen Turnier-Lockdown bis 28. März verhängt. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung setzte diese Maßnahme auch national um.

In einer Pressemitteilung präzisierte die FEI nun die bisherigen Abläufe in Qatar. Demnach brach die Krankheit bei dem einen von Schlüsselburgs Pferden erst 17 Tage nach der Abreise aus Valencia aus, zuvor war es negativ getestet worden. Vier Pferde, die vorher in Valencia am Start gewesen waren, waren nach Doha transportiert worden, bevor der Ausbruch dort bekannt wurde: neben Schlüsselburgs Pferden, die Valencia am 12. Februar verlassen hatten, zwei Pferde eines kolumbianischen Reiters, die schon am 7. Februar aus Spanien abgereist seien.

Siebe Tiere gestorben

Auf Anweisung der FEI wurden in Doha alle vier sofort isoliert. Die Testergebnisse vom 22. Februar seien bei allen vier Pferden negativ gewesen. Erst am Montag, also eine Woche später, änderte sich das Bild. Bisher waren Tierärzte von einer kürzeren Inkubationszeit ausgegangen.

In Valencia habe sich die Lage verbessert. 83 Pferde, die sich dort in Stallungen befänden, zeigten klinische Symptome der lebensgefährlichen Krankheit, die hohes Fieber verursacht und das Nervensystem angreifen kann. Alle stünden auf ihren vier Beinen, keines müsse durch Schlingen stabilisiert werden. 15 Pferde würden in externen Kliniken behandelt. Drei weitere seien gestorben, eines in einer Tierklinik in Barcelona, zwei in Deutschland. Die Gesamtzahl der toten Pferde erhöhe sich damit auf sieben.

Die FEI habe alle 752 Pferde, die seit dem 1. Februar in Valencia waren, identifiziert und gesperrt. Bei den Turnierpferden in Doha müsse nun mindestens zweimal am Tag die Temperatur gemessen und dokumentiert werden. Die Zahl der Pferde im Trainings-Areal werde verringert, zwei separate Eingänge sollten dafür sorgen, dass ihre Wege sich nicht kreuzten. Jedem Teilnehmer stehe es frei, auf einen Start zu verzichten, ohne dass ihm Sanktionen drohten. Sollte sich das Bild ändern, behalte die FEI sich vor, das Turnier abzubrechen.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Simeoni, Evi
Evi Simeoni
Sportredakteurin.
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