Vorwürfe in Chemnitz

Eltern der Turnerinnen wütend über Aufarbeitung

27.01.2021
, 13:12
Vorwürfe gegen Trainerin: Die Eltern der aktiven Turnerinnen kritisieren die Aufarbeitung der Vorkommnisse im Olympiastützpunkt.
Nach Vorwürfen gegen eine Trainerin im Olympiastützpunkt Sachsen stellt der Deutschen Turner-Bund „schwerwiegende Pflichtverletzungen“ fest. Nun äußern Eltern ihren Unmut über die Aufarbeitung der Vorkommnisse.
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Mit einem Offenen Brief haben die Eltern der aktiven Turnerinnen in Chemnitz ihren Unmut über die Aufarbeitung der Vorkommnisse am Olympiastützpunkt Sachsen geäußert. „Es wurden offensichtlich noch nicht einmal jene befragt, die seit Jahren Tag für Tag in der Halle sind – die Athletinnen“, zitiert die „Sächsische Zeitung“ (Mittwoch). Die Eltern kritisierten in einem Schreiben an den Sportausschuss des Bundestags, den Deutschen Olympischen Sportbund und den Deutschen Turner-Bund (DTB) vor allem, dass die Kinder unzureichend in die Aufarbeitung einbezogen wurden.

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Nach einer Untersuchung durch eine Frankfurter Kanzlei hatte der DTB „schwerwiegende Pflichtverletzungen“ der Trainerin Gabriele Frehse festgestellt. Die frühere Weltmeisterin Pauline Schäfer und weitere Turnerinnen hatten Frehse vorgeworfen, sie im Training schikaniert, Medikamente ohne ärztliche Verordnung verabreicht und keinen Widerspruch zugelassen zu haben. Frehse bestreitet das.

Eltern nehmen Trainerin in Schutz

Die Eltern von 25 Sportlerinnen inklusive Sophie Scheder, die in Rio 2016 Olympia-Bronze gewann, sind auch aufgebracht, weil der DTB erst die Presse und dann die Turnerinnen und ihre Erziehungsberechtigten informiert habe. „Dem Präsidium des DTB werfen wir verantwortungsloses Handeln vor, welches nicht zu entschuldigen ist“. Die Eltern hätten vollstes Vertrauen in die Arbeit von Trainerin Frehse, hieß es weiter. Der DTB solle die Forderung nach einer Entlassung Frehses zurückzunehmen, fordern die Eltern.

Die Sportausschuss-Vorsitzende des Bundestags, Dagmar Freitag, hatte die Untersuchung des DTB zuletzt gelobt und sprach von einer sehr selbstkritischen Bestandsaufnahme. Dagegen hatte der Vereinschef der TuS Chemnitz-Altendorf, Franz Munzer, eine Entlassung der Trainerin abgelehnt. Die Chemnitzer Verantwortlichen wollen das Ergebnis der Untersuchung nicht anerkennen und drohen mit juristischen Schritten.

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Quelle: dpa
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