FAZ plus ArtikelJoschke und Herrmann

Die Extremisten der Vendée Globe

Von Stefanie Sippel und Sebastian Reuter
30.01.2021
, 12:30
Isabelle Joschke ist immer noch unterwegs und macht einen Zwischenstopp (Bild von September 2020)
Segeln, wo der Mensch nur flüchtiger Gast ist: Isabelle Joschke liebt die Einsamkeit, Boris Herrmann lässt alle Welt daran teilhaben. Die Vendée Globe ist auch die Geschichte über eine ganz besondere Faszination.

Boris Herrmann malt mit roten Leuchtfeuern Kreise in die Luft. Er läuft auf seiner Yacht von vorne nach hinten. Er streckt seine Arme gen Himmel, als wolle er das letzte bisschen Energie noch rauslassen, bevor er an Land geht. Zwei Stunden später hat er sich frisch rasiert, der zottelige Bart ist ab. Er trägt einen roten Pullover und sitzt lächelnd im Pressezentrum in Les Sables-d’Olonne – dem Zielort seines Abenteuers. Als erster Deutscher hat Herrmann die Vendée Globe absolviert, die härteste Segelregatta der Welt.

Als Herrmann, der Platz fünf belegt, in den Hafen fährt, wacht Isabelle Joschke in Salavador de Bahia in einem kleinen Hotel in der Altstadt auf. In ihrem Hotelzimmer ist ein großes Bett, ein Schrank, in dem ihre wenigen Kleider hängen, und eine Dusche. Nur fünf Minuten braucht sie zu ihrer Yacht, erzählt sie am Telefon. Dem Ort, an dem sie – 44 Jahre, Deutsch-Französin, vom Wind verwehte dunkelblonde Haare – in den letzten Monaten die schönsten und schrecklichsten Momente erlebt hat. Intensität auf nur wenigen Quadratmetern.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Sippel, Stefanie
Stefanie Sippel
Sportredakteurin.
Autorenporträt / Reuter, Sebastian
Sebastian Reuter
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