FAZ plus ArtikelDie Freiheit der Tortur

Warum Michele Graglia vom Topmodel zum Ultraläufer wurde

Von Alexander Davydov
13.04.2021
, 06:54
Michele Graglia
Ultraläufer bewältigen Distanzen, die über einen Marathon hinausgehen. Und das häufig unter klimatisch extremen Bedingungen. Für Michele Graglia, ein ehemaliges Topmodel, bedeutet der Sport Freiheit.

Es ist 2018, und Michele Graglia versucht, seine Haltung zu wahren. Die Muskeln sind bis aufs äußerste angespannt, die Gedanken auf das Simpelste reduziert: Einen Fuß vor den anderen setzen. Eine salzige Kruste aus getrocknetem Schweiß bedeckt den zerschlissenen Stoff seiner Kleidung. Darunter ein dehydrierter Körper, der gerade die letzten Energiereserven abbaut, gezeichnet von einer beispiellosen Tortur.

Ein Lauf. 217 Kilometer lang, unter der infernalischen Hitze des Death Valley, des heißesten Orts Nordamerikas. Und doch hat sich der junge Italiener nie lebendiger gefühlt als auf diesem finsteren Pfad. Links und rechts nimmt der erschöpfte Läufer Umrisse wahr, die vage wie Menschen aussehen. Eine Erinnerung blitzt auf ...

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Davydov, Alexander
Alexander Davydov
Sportredakteur.
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