Eishockey in Frankfurt

Löwen im Angriffsmodus

Von David Lindenfeld
23.07.2021
, 11:15
Ist mit der Sommerpause bisher zufrieden: Löwen-Sportdirektor Franz-David Fritzmeier
Nach dem verpassten Aufstieg in der vergangenen Saison ist das Team der Löwen Frankfurt inzwischen fast komplett. Der Eishockey-Zweitligaklub will mit einer neuen Transferpolitik in die DEL.

Wenn Eishockeyspieler in Frankfurt nach der Sommerpause wieder den vertrauten Arbeitsuntergrund unter den Füßen spüren, ist die neue Saison in der Regel nicht mehr weit entfernt. Dass das diesmal nicht so ist, erfreut alle Beteiligten – allen voran den Sportdirektor der Löwen Frankfurt, Franz-David Fritzmeier. Seit Jahren bemüht sich der Manager des Zweitligaklubs um Eisfläche in den warmen Monaten.

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Weil die Topmannschaften weltweit vor allem in dieser Zeit ihre Talente mit Techniktraining weiterentwickeln, wenn der eng getaktete Spielbetrieb die Teams noch nicht von einer zur nächsten Partie hetzt. In diesem Jahr hat es nun erstmals geklappt mit dem Sommereis: Seit Ende Juni trainieren die Frankfurter Profis und der vereinseigene Nachwuchs in Darmstadt, wo der Klub Zeiten auf dem Eis gemietet hat.

Große Namen

Zusammen kommt dort in regelmäßigen Einheiten, die bei den Profis zweimal pro Woche stattfinden, inzwischen schon eine relativ große Gruppe. Die ausländischen Spieler schwitzen bis zum offiziellen Trainingsstart am 16. August noch in der Heimat, der Rest mal im Kraftraum in Frankfurt oder eben auf dem Eis in Darmstadt. Der Kader für die neue Saison in der Zweiten Deutschen Eishockey-Liga (DEL2), die am 1. Oktober mit 14 bereits lizenzierten Klubs beginnen soll, ist fast vollständig. Mit zwei Torhütern, sieben Verteidigern und elf Stürmern sind nur noch wenige Plätze zu vergeben.

Kommen soll nach der Verpflichtung von Torhüter Jake Hildebrand, der aus den USA zu den Löwen gewechselt ist, nur noch ein ausländischer Stürmer. Fritzmeier will so schnell wie möglich Klarheit schaffen, steht nach den zurückliegenden Monaten aber auch nicht unter Zeitdruck. Denn das, was dem neuen Trainer Bohuslav Subr nach derzeitigem Stand zur Verfügung stehen wird, ist eine Mannschaft, die nach einem großen Umbruch wieder mit großen Namen bestückt ist. Zuletzt kam mit Dylan Wruck der punktbeste Angreifer der vergangenen beiden DEL2-Spielzeiten aus Heilbronn zu den Löwen.

Ein Zeichen an die Konkurrenz

Schon zuvor hatte der Sportdirektor in seinem vierten Sommer bei den Löwen eine Reihe von Spielern an den Main gelotst, die erfahren genug, aber auch noch nicht zu alt sein dürften, um das Löwen-Spiel in der kommenden Saison zu prägen. Die Angreifer Rylan Schwartz (31 Jahre), Ryon Moser (29), Patrick Buzas (34), Matt Carey (29), Tomas Sykora (31) und Verteidiger Bobby Raymond (35) sollen künftig wichtige Rollen spielen.

Nach der vergangenen Saison voller Widrigkeiten und einer Sommerpause, die wegen der Corona-Pandemie mit Ungewissheiten begann, sind die Verpflichtungen ein Zeichen an die Konkurrenz: Die Löwen sind im Angriffsmodus. Und peilen auch in der kommenden Saison DEL2-Titel und Aufstieg in die DEL an.

„Gehälter insgesamt gestiegen“

Nicht nur Fritzmeier rätselt aktuell, wieso die Konkurrenten aus Kassel, Ravensburg und Landshut, aber auch kleinere Klubs aus der Liga seit Wochen so viel investieren und woher das Geld dafür kommt. „Ich habe eigentlich damit gerechnet, dass die Etats runtergehen, aber die Gehälter sind insgesamt gestiegen. Wir haben auf keinen Fall mehr Geld zur Verfügung als in der vergangenen Saison.“

Auch die Löwen zahlen jetzt „in der Spitze etwas mehr“, verzichten dafür aber auf einen breiteren Kader. Nur so gelang es, derart viele Spitzenspieler an den Main zu lotsen. Für die Löwen ist das der neue Weg, den der Klub nicht ganz freiwillig einschlagen musste, weil ein Großteil der Talente, die Fritzmeier verpflichtet hatte, die Löwen nach dem verpassten Aufstieg verlassen hat. Dieser Weg soll den Klub nun bei der zweiten Chance endlich ans langersehnte Ziel führen: in die DEL.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Lindenfeld, David
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