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Der Kampf um Olympia

EIN KOMMENTAR Von Evi Simeoni
20.03.2020
, 06:38
Ein Bild, an das sich die Öffentlichkeit gewöhnen muss? Mundschutz bei der Übergabe der Olympischen Flamme in Athen.
Thomas Bach will Tokio 2020 unbedingt retten. Doch auch dieser Pragmatiker, der sich so gerne in seiner Bedeutung sonnt, kann nur auf ein Wunder hoffen. Er kämpft um alles – und kann doch nur verlieren.
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Jeder hat seine festen Aufgaben. Die einzige Aufgabe des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) besteht darin, Olympische Spiele zu organisieren, und zwar so gut wie möglich. In diesen Zeiten mag man entgegenhalten, dass die feste Aufgabe eines Autobauers darin besteht, Autos zu bauen, und dass er das im Moment ja auch nicht kann. Aber dass das IOC, angeführt von seinem Präsidenten Thomas Bach, alles Erdenkliche tun will, um die Sommerspiele in Tokio so auszutragen, wie es seit sieben Jahren geplant war, ist trotzdem einleuchtend. Sofern er etwas tun kann.

Einer der zermürbenden Aspekte an dieser globalen Heimsuchung ist, dass die meisten Leute die Entwicklung ohnmächtig ertragen müssen und sich höchstens voneinander fernhalten können. Darum klingt es so erschreckend nach Hybris, wenn Bach immer wieder sagt, man halte an den Spielen und ihrem Termin fest. Auch dieser Pragmatiker, der sich so gerne in seiner Bedeutung sonnt und das IOC in eine exklusive Abnicker-Truppe verwandelt hat, kann in Wahrheit nur auf ein Wunder hoffen. Und das tut er wohl, wenigstens noch eine Weile.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Simeoni, Evi
Evi Simeoni
Sportredakteurin.
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