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Die Stärke der Verletzlichen

EIN KOMMENTAR Von Stefanie Sippel
03.08.2021
, 22:07
Olympiasiegerin Malaika Mihambo während des Weitsprungfinals in Tokio
Der Druck, der auf den Stars dieser Spiele lastet, ist so sichtbar wie nie zuvor. Athletinnen und Athleten zeigen: Auch wer verletzlich ist, kann erfolgreich sein. Das könnte der Anfang eines Kulturwandels sein.

Der Druck läuft und springt mit bei den Olympischen Spielen. Malaika Mihambo hat ihn dabei, bei ihrem letzten Versuch, die Goldmedaille zu gewinnen. Malaika Mihambo klatscht vor dem Sprung in die Hände, sie atmet ein, der Blick fest. Sie schreit, klopft sich auf die Oberschenkel. Nur auf den Sprung konzentrieren, auf den eingeübten Bewegungsablauf verlassen. Letzter Versuch. Der Druck, unsichtbar, als sie sprintet, unsichtbar, als sie abspringt, unsichtbar, als sie durch die Luft fliegt. Der Druck: sichtbar, als sie am Boden kauert und darauf wartet, dass ihre Weite angezeigt wird.

Kann Malaika Mihambo sich selbst schlagen? Kann sie es schaffen? Sieben Meter zeigt die Tafel. Kann sie die Medaille verteidigen? Mihambo sitzt auf dem Boden, die Hände vorm Gesicht. Ese Brume springt: 6,90. Sie fällt auf den Boden, Freude. In Mihambos Gesicht: Anspannung, zwischen ihren Augenbrauen bilden sich kleine Fältchen.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Sippel, Stefanie
Stefanie Sippel
Sportredakteurin.
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