Athleten im Dauerbetrieb

Und wenn die Spiele ausfallen?

EIN KOMMENTAR Von Evi Simeoni
15.05.2021
, 16:18
Bisher hat kein Sportler seinen Verzicht auf Olympia erklärt, obwohl die Teilnehmer in Japan nicht mehr willkommen sind. Mit einer Absage fiele den meisten der Himmel auf den Kopf.

Wie machen die Sportler das bloß? Normalen Menschen wären längst die enthusiastischen Gesichtszüge eingefroren. Sie hätten bereits im vergangenen Jahr die Lust verloren zu all den Opfern und der harten Arbeit auf dem Weg zu den Olympischen Spielen.

Besonders die Athleten, die nach Tokio 2020 eigentlich ihre Karriere beenden wollten und nach der Verschiebung doch noch eine Saison drangehängt haben, scheinen von einem unerschöpflichen Duracell-Kern angetrieben zu werden. Zumal wegen der Corona-Pandemie viele Wettkämpfe ausfielen, bei denen sie in normalen Zeiten neuen Ehrgeiz tanken können. Der Deutschland-Achter zum Beispiel hat deshalb mangels Weltcuprennen vor einer Woche auf dem Dortmund-Ems-Kanal notgedrungen einen Wettkampf simuliert – ohne Konkurrenz, nur gegen die Uhr.

Bisher hat kein deutscher Athlet seinen Verzicht auf Tokio erklärt, obwohl die Sportler und ihr Anhang in Japan aus Angst vor Virus-Einschleppung nicht mehr willkommen sind. Mit einer Absage der Spiele fiele den meisten der Himmel auf den Kopf. Nur dem, der gar kein Herz für Sportler hat, tut diese Vorstellung nicht weh.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Simeoni, Evi
Evi Simeoni
Sportredakteurin.
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