Ruderin aus Namibia

Maike Diekmann „könnte stolzer nicht sein“

Von Achim Dreis
30.07.2021
, 13:21
Maike Diekmann aus Namibia belegt Rang 18 bei der Olympischen Ruderregatta
Sie ist die erste Wassersportlerin aus Namibia, die es zu Olympischen Spielen schafft. Dort sorgt Maike Diekmann als Fahnenträgerin und mit vier guten Läufen im Ruder-Einer für Aufsehen.
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Ihren Account bei Instagram nennt sie maike.rowing und damit ist das Wichtigste gesagt: Vorname und Sportart. Maike Diekmann aus Otjiwarongo ist die erste Athletin aus Namibia, die sich als Wassersportlerin bei Olympia versucht hat. Und das Resultat der Afrikameisterin mit deutschen Wurzeln konnte sich „nach fünf Jahren harter Arbeit“ durchaus sehen lassen: Platz 18 belegte die 27-Jährige unter 32 Teilnehmerinnen. „Wir könnten stolzer nicht sein“ schreibt die frühere Leichtathletin im Pluralis Majestatis über sich und ihr Olympia-Abenteuer, wobei davon auszugehen ist, dass auch ihr gesamtes südwestafrikanisches Begleitteam damit gemeint ist.

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Ihr Urgroßeltern waren einst aus Deutschland in das staubige Land in Südwestafrika ausgewandert, wo die Diekmanns seitdem fest verwurzelt sind. Dort spielte die sportbegeisterte Maike zunächst Hockey und war als Leichtathletin aktiv. Erst durch ein Studium im benachbarten Südafrika kam sie mit dem Wassersport in Kontakt und erwies sich sogleich als absolutes Talent. Ihre Außenwirkung als Ruderin war so groß, dass sie zusammen mit dem Boxer Jonas Junias sogar Namibias Fahne bei der Eröffnungsfeier tragen durfte.

Und auch auf dem Wasser zeigte sie Flagge für Afrika. Das Schöne an der Olympischen Ruderregatta ist, dass nicht schon nach einem Vorlauf alles vorbei sein kann, sondern der Kampf um alle Plätze in mehreren Etappen ausgetragen wird. Und so qualifizierte sich Maike Diekmann als starke Vorlauf-Dritte direkt fürs Viertelfinale und übersprang damit sogar den Hoffnungslauf. Dort zog sie dann ins Halbfinale C/D ein, wo ihr in 7:40,77 Minuten dann ihre beste Fahrt während der Tage von Tokio gelang. Und auch wenn sie im Finale C am Freitag schließlich Letzte wurde, bedeuteten vier Läufe in der Bucht von Tokio für Maike Diekmann nicht weniger als eine „unglaubliche Reise“.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Dreis, Achim
Achim Dreis
Sportredakteur.
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