Olympische Spiele

Russland startet als Team „ROC“

Von Evi Simeoni
21.02.2021
, 20:51
Ohne Flagge: Das russische Team muss bei den kommenden Olympischen Spielen auf eine Alternative zurückgreifen.
Russland wurde wegen eines Dopingskandals für mehrere Jahre gesperrt. Dennoch dürfen Athleten des Landes bei den Olympischen Spielen in Tokio und Peking antreten. Für die Teilnehmer gelten Auflagen.

Unter der Abkürzung ROC sollen russische Mannschaften bei den Olympischen Sommerspielen in diesem Jahr in Tokio und bei den Winterspielen 2022 in Peking an den Start gehen. Sie steht für das „Russische Olympische Komitee“. Für zwei Jahre dürfen russische Athleten nicht unter der Flagge ihres Landes an Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften teilnehmen, auch die russische Hymne darf dort nicht gespielt werden.

Starten darf nur, wer gewisse Anti-Doping-Bedingungen erfüllt. Im Dezember 2020 hatte der Internationale Sportgerichtshof (Cas) in der Revision eine vierjährige Sperre durch die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) halbiert. Diese hatte die Sperre wegen der Manipulation von Doping-Daten ausgesprochen. Dem Land wird vorgeworfen, ein staatlich unterstütztes Doping-Programm betrieben zu haben. Die Wada erklärte nun, es akzeptiere die Richtlinien für Auftritte russischer Teams, die vom IOC erstellt wurden und auch den Fachverbänden als Vorlage für ihre Weltmeisterschaften dienen soll.

ROC-Emblem statt Nationalflagge

Als offizielles Emblem soll die Bekleidung der russischen Sportler das ROC-Emblem tragen – drei Flammen in Weiß, Blau und Rot, den Farben der russischen Nationalflagge, ergänzt von den fünf olympischen Ringen. Auch die Flagge soll das entsprechende Logo zeigen. Sollte irgendwo das Wort „Russland“ stehen und sich nicht entfernen lassen, so muss es ergänzt werden durch die Worte „neutraler Athlet“. Bei den Winterspielen 2018 in Pyeongchang, wo Russland ebenfalls eine Sperre ableisten musste, traten die Athleten als „Unabhängige Athleten aus Russland“ an.

Als Ersatzmelodie für die russische Nationalhymne soll im Bedarfsfall nicht etwa die olympische Hymne gespielt werden, sondern eine Melodie, die vom Exekutivkomitee noch abgesegnet werden muss. Das Russische Olympische Komitee hat bereits eine Hitliste vorgelegt, wobei das Liebes- und Kriegslied „Katjuscha“ favorisiert wird. Nach diesem Titel benannte Russland im Zweiten Weltkrieg die multiplen Raketenwerfer, die die deutsche Seite als „Stalinorgeln“ bezeichnete.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Simeoni, Evi
Evi Simeoni
Sportredakteurin.
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