Medaillensammler bei Olympia

Multiple Siegertypen

Von Achim Dreis
21.02.2022
, 17:40
Sie hat Medaillen gewonnen und mehr: Eileen Gu war das Gesicht der Spiele 2022
Bei fünf Medaillen wird das Handgepäck schon schwer. Manche Athleten profitieren dabei von einen Wettbewerbsvorteil. Aber auch am Ende der Spiele von Peking gilt: Es ist nicht nur Gold, das glänzt.
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Wohl dem, der auf Langlaufskiern unterwegs ist. Egal, ob mit oder ohne Gewehr, die Olympia-Starter in den Loipen können einfach mehr gewinnen. Gleich vier Fünffach-Medaillensammler gab es bei den Olympischen Spielen von Peking zu verzeichnen, allen voran krönte sich Biathlet Johannes Thingnes Bö zum König von Zhangjiakou: der Norweger gewann Gold in Sprint und Massenstart, mit Herren- und Mixed-Staffel, dazu im Einzel noch Bronze.

Kaum schlechter schnitt seine Teamkollegin Marta Olsbu Roeiseland ab, die drei Goldene und zwei Bronzene im Handgepäck Richtung Oslo mitführte. Und der Franzose Quentin Fillon Maillet gewann zweimal Gold und dreimal Silber. Auch er ein Biathlet, was sonst?

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Auch Langläufer zu sein, erscheint vielversprechend, was der Russe Alexander Bolschunow vortrefflich umsetzte: fünf Medaillen, von Gold im Massenstart-Marathon bis Bronze im Team-Sprint war alles dabei, das eine im Freistil, das andere klassisch gelaufen. Eine solche Bandbreite an Möglichkeiten sind Sportlern anderer Disziplinen nicht gegeben. Die Fähigkeiten für Sprint und Marathon gleichermaßen zu perfektionieren, ist nur Loipensportlern gegeben.

Mann mit Biss: Johannes Thingnes Boe war der erfolgreichste Medaillensammler der Winterspiele 2022
Mann mit Biss: Johannes Thingnes Boe war der erfolgreichste Medaillensammler der Winterspiele 2022 Bild: AFP

Zwar haben auch Alpine geschlechterübergreifend elf Wettbewerbe im Programm, und damit gleich oder ähnlich viele wie Biathleten (elf) und Skilangläufer (zwölf). Aber angesichts der Spezialisierung schafft es so gut wie niemand, alle Disziplinen im persönlichen Repertoire vorzuhalten – und die Einzige, die es sich zutraute, scheiterte auf den Pisten von Yanqing beinahe tragisch an ihrem Sechskampf: Mikalea Shiffrin.

Multiple Siegertypen sind dagegen auch im Eisschnelllauf zu finden. Denn auch im Eisoval gelten spezielle Gesetze, die für die Spitzenkönner mehrere Chancen bieten, da sich die Distanzen nicht extrem unterscheiden. So räumten in Peking die Niederländerinnen Suzanne Schulting und Irene Schouten jeweils vier Medaillen ab, die eine auf den eher kürzeren Strecken, die andere auf den längeren. Und angesichts der überschaubaren internationalen Konkurrenz halten Karrieren auf Schlittschuhen auch länger, trotz des relativ hohen Drucks innerhalb des Oranje-Teams, wie Ireen Wust in Peking dokumentierte.

Medaillengewinner 2022 aus Deutschland: Von Skeletonia Hannah Neise (oben links) bis zum Bobpiloten Francesco Friedrich und seiner Crew (unten rechts)
Medaillengewinner 2022 aus Deutschland: Von Skeletonia Hannah Neise (oben links) bis zum Bobpiloten Francesco Friedrich und seiner Crew (unten rechts) Bild: dpa

Immerhin jeweils zwei Goldmedaillen bei nur zwei Chancen: Deutschlands erfolgreichste Olympioniken waren im Eiskanal zu finden: allen voran Rodlerin Natalie Geisenberger, der das Kunststück schon zum dritten Mal in Serie gelang – wie auch den „Tobiassen“ Wendl/Arlt im Doppelsitzer. Zudem gewannen Johannes Ludwig und Bobpilot Franceso Friedrich alles, was es für sie zu gewinnen gab.

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Die wahre Königin der Winterspiele 2022 rangiert im Medaillen-Ranking übrigens nur auf Rang neun: Eileen Gu holte zwei Goldene und eine Silberne ab, bei drei Auftritten. Doch die chinesisch-amerikanische Freestylerin gewann in Kategorien, die nicht nach Medaillen abzuzählen sind: mit Charme, Show und Starappeal.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Dreis, Achim
Achim Dreis
Sportredakteur.
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