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Medienecho zu Olympia

„Nordkorea ist der eigentliche Sieger“

 - 15:29

Die Olympischen Winterspiele sind am Sonntag mit einer pompösen Abschlussfeier zu Ende gegangen. Sie waren geprägt durch sportliche Höchstleistungen, spannende Wettkämpfe und zahlreiche politische und sportpolitische Themen. Die internationale Presse blickt auf ganz unterschiedliche Weise zurück auf diese Veranstaltung, die ihre Fortsetzung in vier Jahren im chinesischen Peking findet.FAZ.NET hat die Reaktionen gesammelt:

SÜDKOREA:

„The Korea Times“: „Die Olympischen Spiele in Pyeongchang haben wegen der Teilnahme Nordkoreas bedeutende Auswirkungen. Die Präsenz Nordkoreas leistete nicht nur einen Beitrag zur Förderung der Winterspiele, sondern halfen auch, die Veranstaltung zu „Friedensspielen“ zu machen. (...) Jetzt stellt sich die Frage, wie sich die Impulse der Entspannung erhalten lassen.“

„Kangwon Domin Ilbo“: „Als Ergebnis der Expansion der Wintersport-Basis durch verschiedene Bauten und Infrastrukturmaßnahmen, wird es (Gangwon) zu einem globalen Winterreiseziel. Jede Arena wurde von den Athleten hoch gelobt, wodurch sich die Möglichkeiten verbessern, dass sie als Wintersportzentren dienen.“

„The Korea Herald“: „Obwohl Südkorea sein Ziel verpasst hat, Vierter zu werden, hat das Land seinen Wintersport-Horizont erweitert und dank der guten Leistungen der Athleten auf der Bob- und Rodelbahn, beim Snowboard und Curling die Grundlage für weiteres Wachstum geschaffen.“

„Seoul Shinmun“: „Die Olympischen Winterspiele von Pyeongchang, die Frieden, Freude und Aufregung für die Menschen der Welt gebracht haben, waren ein historischer Moment. Doch die Reise zum Frieden hat gerade erst begonnen. Das erste gesamtkoreanische Eishockeyteam bei Olympia symbolisierte die „Friedensspiele“ und erfreuten die Welt.“

VEREINIGTE STAATEN:

„Los Angeles Times“: „Die Olympischen Ringe standen bei der Abschlussfeier für Frustration, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit.“

„New York Times“: „Dem IOC-Plan, den Russen zu zeigen, wer der Boss ist, hat von Anfang an der Biss gefehlt – aller Wahrscheinlichkeit nach vorsätzlich. Die Organisation braucht jetzt einen wirklich umsetzbaren Plan, der Ländern wie Russland, aber nicht nur Russland, mit einer Neigung dazu, beim Thema Doping wegzuschauen (besonders bei ihren eigenen Sportlern), die Verantwortung für den Antidoping-Kampf entzieht.“

SCHWEDEN:

„Aftonbladet“: „Das IOC hat dafür plädiert, dass es niemals mehr ähnliche Spiele wie in Pyeongchang erlauben wird: eine Veranstaltung, für die mehr oder weniger alle Arenen neu gebaut wurden. In Zukunft werden sich die Events über verschiedene Städte, Regionen und Länder erstrecken. Wenn Stockholm die Winterspiele 2026 bekommt, finden Bob- und Rodelrennen in Lettland statt.“

JAPAN:

„Japan Times“: „Olympia in Pyeongchang hatte ein bisschen von allem, seit Yuna Kim das Olympische Feuer bei der Eröffnungszeremonie am 9. Februar entzündete. Politisches Theater, unglaubliche sportliche Leistungen, der Grimm von Mutter Natur und mehr beim Doping erwischte Russen.“

TSCHECHIEN:

„Lidove noviny“: „Den Nationenwettbewerb hat Norwegen gewonnen. (...) In einem gewissen Sinne ist indes diesmal Nordkorea der eigentliche Sieger. Aufgedrängt hatte es sich in letzter Minute, und die südkoreanischen Veranstalter ließen sich unter dem Applaus der Welt auf eine entgegenkommende Geste ein. Doch hat dies wenigstens einen symbolischen Gegenwert gebracht? Jetzt sehen wir, dass dem nicht so ist.“

ÖSTERREICH:

„Kurier“: „Es ist gerne von der Magie von Olympia die Rede. Von diesem berühmten olympischen Spirit, und vom Zauber und der Faszination, die von den Spielen ausgehen. In dieser Hinsicht hat in Korea das olympische Feuer auf Sparflamme gekocht.“

„Der Standard“: „Südkorea hat seine zweiten Spiele nach jenen im Sommer 1988 nahezu perfekt organisiert. Die Athleten lobten die Sportstätten und ihre Unterbringung. (...) Es kann gut sein, dass die Spiele von Pyeongchang, die jetzt nur als grundsolide, aber nicht faszinierend beschrieben werden, in vier Jahren wehmütige Erinnerungen wachrufen.“

Olympische Winterspiele 2018

GROSSBRITANNIEN:

„The Independent“: „Die Spiele wurden durch den semantischen Nonsens der „Olympischen Athleten aus Russland“ verdorben und durch die dauerhafte Präsenz des 500 Personen starken nordkoreanischen Cheerleader-Kommandos rot gefärbt, fälschlicherweise politisiert beim Streben nach IOC-ausgehandeltem Frieden auf der Koreanischen Halbinsel.“

„BBC“: „Am Ende sieht es wie ein Kompromiss aus. Russland durfte bei der Endzeremonie nicht unter eigener Flagge auflaufen, aber die Rückkehr seines Olympia-Status könnte unmittelbar bevorstehen.“

„The Guardian:“ „Nach dem dreistesten, staatlich finanzierten Doping-Programm der Geschichte kommt Russland mit einem blauen Auge davon – auch wenn sie 15 Millionen Dollar Strafe bezahlen, sich „Olympische Athleten aus Russland“ nennen mussten und die russische Flagge und Hymne in Pyeongchang verboten war.“

„The Telegraph“: „Es hätte eigentlich die leichteste Entscheidung für das IOC sein müssen, die Sperre für Russland zu verlängern. Stattdessen haben sie sie so qualvoll wie möglich gemacht. Präsidiumsmitglied Nicole Hoevertsz sprach „von einer der härtesten (Entscheidungen), die wir je treffen mussten“. Ehrlich?“

SCHWEIZ:

„Blick“: „Die Begeisterung für diese Spiele ist nicht übergeschwappt. Das hat zum einen mit der sterilen Atmosphäre in Korea zu tun. Man bekam nie den Eindruck, dass diese Spiele vor weitgehend leeren Tribünen die Mehrheit der Leute berührt.“

„NZZ“: „Pyeongchang wird als Fußnote in die Liste der Olympiagastgeber eingehen. Wie die knapp 10.000 Einwohner zählende Gemeinde, die dem Anlass den Namen lieh, waren die ganzen Spiele eine Art Potemkinsches Dorf mit viel Kulisse und wenig Hintergrund.“

Quelle: jaeh./dpa
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