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Wie hart ein Trauma auch Sportler treffen kann

Von Alexander Davydov
16.10.2021
, 14:38
Maskerade bis zum Zusammenbruch: Spitzensportler sehen sich gezwungen, ihre Erkrankung nach einem traumatischen Erlebnis zu kaschieren.
Clint Malarchuk und Nadine Schmitt hat ein Trauma aus dem Spitzensport gerissen. Das Problem tritt nicht selten auf, die Diagnose aber wird kaum gestellt: posttraumatische Belastungsstörung.
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Clint Malarchuk wird der Eishockey-Welt wohl für immer in Erinnerung bleiben. Das liegt nicht an der Leistung des einstigen Torwarts, sondern an seiner Rolle in einem schlimmen Unfall in der amerikanischen Profiliga NHL. Das Unglück lenkt die Aufmerksamkeit auf ein Problem, das weltweit im Sport immer wieder auftritt – und doch nur selten angesprochen wird.

März 1989: Malarchuk, damals Neuzugang bei den Buffalo Sabres, sieht einen Angriff auf sich zukommen, wie er ihn schon unzählige Male erlebt und abgewehrt hat. Steve Tuttle von den St. Louis Blues läuft auf den Torraum der Sabres zu, wird aber kurz vor seinem Ziel von der Verteidigung gestoppt. Mit gestrecktem Bein stürzt der gegnerische Stürmer in Richtung Malarchuks. Der Torwart versucht noch, auszuweichen, zieht den Kopf instinktiv nach oben und entblößt dabei den Hals. Mit der Wucht einer Holzfälleraxt trifft Tuttles messerscharfe Schlittschuhklinge Malarchuks ungeschützte Haut. Die Halsschlagader wird durchtrennt, die Drosselvene aufgeschnitten. Spieler und Schiedsrichter erstarren.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Davydov, Alexander
Alexander Davydov
Sportredakteur.
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