SV Darmstadt 98

Ohne Kempe gegen Nürnberg

Von Alex Westhoff
06.02.2021
, 10:16
Die schlechten Nachrichten hören für Markus Anfang nicht auf. Mit dem Ausfall von Tobias Kempe verliert Darmstadt vor dem Spiel gegen Nürnberg seinen Topscorer. Doch der Trainer der „Lilien“ gibt die Hoffnung auf eine Wende nicht auf.

Gewöhnen kann sich eine Fußballmannschaft an späte Nackenschläge sicherlich nie. Doch können sich (unterbewusst) Verlustängste einnisten, wenn viele Spiele in letzter Minute eine unheilvolle Wendung nehmen. So weit sei es bei den „Lilien“ noch nicht, meint Cheftrainer Markus Anfang. Die Mannschaft könne „gut damit umgehen und gut einschätzen“, so der 46-Jährige, wie es um sie derzeit bestellt ist. Zumal er in den beiden Spielen in dieser Woche „viel Gutes“ gesehen habe. Nur jeweils ohne Happy End.

2. Bundesliga

Beim Ligaspiel in Regensburg ließ sich der SV Darmstadt 98 in der 97. Minute noch den Auswärtssieg entreißen, im Pokal-Achtelfinale am Dienstag in Kiel schieden die Südhessen nach 18 Elfmetern knapp aus. „Wir hatten wieder mal das Glück nicht. Manche mögen es uns als Heulerei auslegen, aber richtig ist: Wenn sich Glück und Pech tatsächlich ausgleichen, dann dürften wir bis Saisonende kein Spiel mehr verlieren“, sagte Präsident Rüdiger Fritsch. Ginge diese Rechnung auf, wären die Darmstädter bald alle Abstiegssorgen los.

Viel gewonnen wäre schon, wenn die Rechnung an diesem und den folgenden beiden Wochenenden aufginge. Denn im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg an diesem Samstag (13.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur zweiten Liga sowie bei Sky) und den anschließenden Begegnungen gegen Osnabrück und auf St. Pauli treffen die „Lilien“ auf Mannschaften, die ebenso wie sie knapp über der Abstiegszone rangieren. „Jedes einzelne Spiel ist für uns wahnsinnig wichtig, wir sollten aber keins überbewerten“, sagte Anfang am Freitagnachmittag. „Aber wenn wir jetzt gute Ergebnisse erzielen, können wir uns absetzen und wieder mehr Luft bekommen.“

Sorgen bei Nürnberg

Die Nürnberger kommen nach sechs Spielen ohne Sieg mit reichlich Sorgen ans Böllenfalltor. Unter anderem ist der einstige SVD-Torhüter Christian Mathenia von den FCN-Fans zuletzt als Sündenbock für die unbefriedigende Saison erkoren worden ist. Doch auch bei den „Lilien“ haben zwei englischen Wochen ihren Tribut gefordert. Topscorer Tobias Kempe fällt mit einer Wadenblessur aus. Auch Angreifer Felix Platte wird voraussichtlich wegen muskulärer Probleme nicht spielen können. Dafür ist Neuzugang Samuele Campo nach mehrtägiger Quarantäne am Donnerstag zur Mannschaft gestoßen und sei laut Coach Anfang ein Kandidat für eine Einwechslung.

Die Darmstädter haben in diesen Wochen zudem angefangen, die lange Liste an Spielern abzuarbeiten, deren Verträge am Saisonende auslaufen und deren unklare Zukunft sich als Ballast für das Mannschaftsgefüge erweisen könnte. Nach der Verlängerung der Kontrakte von Kempe und Kapitän Fabian Holland (beide bis Mitte 2022) war in dieser Woche auch der junge Innenverteidiger Patric Pfeiffer (Mitte 2023) an der Reihe. „Die Planungen werden voranschreiten“, kündigte Sportdirektor Carsten Wehlmann an. Mit drei Neuverpflichtungen – dem wegen einer Syndesmoseverletzung wochenlang ausfallenden Thomas Isherwood, Christian Clemens und Campo – sowie einem leihweisen Abgang (Braydon Manu) waren die Darmstädter aber im winterlichen Transferfenster durchaus aktiv.

Quelle: F.A.Z.
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