SV Darmstadt 98

„Es tut weh“

Von Alex Westhoff
30.01.2021
, 19:08
Ein 1:1, das wie eine Niederlage wirkt: Die „Lilien“ kassieren in der zweiten Bundesliga beim Spiel bei Jahn Regensburg in der 97. Minute doch noch den Ausgleich in einer Partie, die sie im Griff hatten.

Wäre die Partie nach 96 Minuten abgepfiffen worden, hätte man von einer couragierten wie konzentrierten Leistung der „Lilien“ gesprochen. Man hätte den Rückenwind beschworen mit Blick auf die Chance, am kommenden Dienstagabend ins DFB-Pokal-Viertelfinale einzuziehen. Man hätte von der Trendwende geredet im Fußballjahr 2021, was für den SV Darmstadt mit vier Zweitliga-Niederlagen in Serie begonnen hatte. Doch weil die Partie bei Jahn Regensburg am Samstagnachmittag noch in die 97. Spielminute hineinlief und den Bayern in letzter Sekunde noch der 1:1-Ausgleichstreffer gelang, „fühlt es sich so an, als ob wir das Spiel verloren hätten“, so SVD-Cheftrainer Markus Anfang.

2. Bundesliga

Bis in die 96. Minute hatten die Darmstädter ihren Vorsprung durch den Treffer von Tim Skarke (30.) konzentriert und gut verteidigt. Doch warum sie beim letzten gegnerischen Angriff es zuließen, dass die an sich äußerst biederen Regensburger mit zwei einfachen Pässen auf ihre Grundlinie vorstoßen und ohne Druck flanken durften, bleibt ein Darmstädter Geheimnis. Caliskaner, ein Spieler, der so oft wie kaum ein anderer Spieler in der Liga aufs Tor schießt, aber bislang noch nicht traf, war so frei, aus kurzer Distanz einzuschieben.

„Dass das Gegentor nach sechseinhalb Minuten Nachspielzeit fällt, obwohl nur fünf angezeigt waren, ist mächtig bitter“, sagte Anfang. „Wir wollten in der Rückrunde besser sein als noch in der Hinserie. Zum gleichen Zeitpunkt hatten wir in der Hinrunde einen Punkt, jetzt haben wir vier.“ Nach dem wichtigen Heimsieg gegen Sandhausen unter der Woche (2:1) verpassten es die Südhessen, sich weiter von der Abstiegszone abzusetzen.

Anfang hatte sein Team in Regensburg auf drei Positionen verändert. Für Kempe, Berko und Clemens begannen Schnellhardt, Skarke und der auffällig gute Honsak. Die Regensburger versuchten die Partie von Beginn an auf ihr Niveau hinunterzuziehen. Anders die „Lilien“, die im Schneeregen auf zerfurchtem Grün sich zwar auf das Kampfspiel einließen, aber ihre deutlich bessere Spielanlage dennoch zum Tragen brachten. Ein gelungener Gegenangriff über Fabian Holland, Marvin Mehlem und Serdar Dursun führte zum Treffer durch Skarke.

Schnellhardt hatte in der zweiten Halbzeit nach starker Vorarbeit von Honsak die beste Darmstädter Torgelegenheit, zielte jedoch zu hoch (72.). Zuvor hatte der eingewechselte Felix Platte das Tor getroffen (70.), doch es erfuhr keine Gültigkeit, weil der Jahn-Keeper unsachgemäß angegangen worden war. Die „Lilien“ schienen bis auf kleine Ausnahmen in der kribbeligen Schlussphase das Geschehen im Griff zu haben. Bis zur 97. Minute. „Es tut weh“, sagte Abwehrmann Patrick Herrmann, „hier nur einen Punkt mitzunehmen.“

Quelle: F.A.S.
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