Darmstadt 98

Wie dick ist das Fell?

Von Alex Westhoff
13.02.2021
, 16:57
Vorne Mängel, Torchancen zu erarbeiten und zu nutzen. Hinten keine knallharte Verteidigung am Mann. Heraus kommt eine Negativserie, aus der sich die Lilien nun befreien möchten.

Victor Palsson setzte unter der Woche schon mal den Ton. Mit klassischen Elementen der Abstiegskampfrhetorik. Mit Blick auf das kommende Heimspiel gegen den VfL Osnabrück am Sonntag (13.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur zweiten Fußball-Bundesliga und bei Sky) sprach der nach langer Verletzungspause genesene Isländer von einem „Sechspunktespiel“ und dass dieses gewonnen werden „muss“. Die Frage wird sein, wie dick das Fell der Mannschaft des SV Darmstadt 98 ist. Ob oder wie sie die jüngsten Nackenschläge aufgrund von späten Gegentoren weggesteckt hat. Vor allem die 1:2-Niederlage gegen Nürnberg durch das slapstickhafte Eigentor von Nicolai Rapp in der 92. Minute.

Dass Palsson körperlich wieder bereit ist für 90 Minuten Zweitligaarbeit, dürfte ein Gewinn für die geplagten „Lilien“ sein. Der 29-Jährige ist prädestiniert als furchtloser, zupackender Abstiegskämpfer. Palssons robuste Führungskraft wird gefragt sein gegen die punktgleichen, aber zwei Ränge tiefer eingestuften Tabellenfünfzehnten aus Osnabrück.

Vier Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone sind schnell aufgebraucht, können vom SVD aber auch flott ausgebaut werden. Nur müssten die Darmstädter dafür ausbrechen aus der Negativphase von nur einem Sieg aus den letzten sieben Partien.

Cheftrainer Markus Anfang hat das erfolgreichere Wirken in beiden Strafräumen intern zum Thema gemacht. Zwischen den Sechzehnmeterräumen sei sein Team häufig spielbestimmend. „Doch belohnen können wir uns nur, wenn wir uns in den Sechzehnern durchsetzen“, so Anfang. Vorne offenbaren die Südhessen Mängel, Torchancen zu erarbeiten und zu nutzen. Und hinten missfiel Anfang, dass seine Profis der Prämisse, „knallhart am Mann zu verteidigen“, nicht in die Tat umsetzten.

Quelle: F.A.Z.
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