Frankfurt bei Hertha BSC

Wie die Eintracht den wichtigen Neustart plant

Von Ralf Weitbrecht
13.08.2022
, 13:09
Teilzeitarbeiter im Supercup: Für die Bundesligaprüfung in Berlin erhofft sich Eintracht-Profi Götze mehr Spielzeit.
Schluss mit den Festwochen: Gegen Hertha BSC wartet harter Bundesliga-Alltag für Eintracht Frankfurt. Mario Götze spielt von Anfang an. Setzt Trainer Oliver Glasner hinten auf eine Viererkette?
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Eine neue Herausforderung für die Hauptstadt-Hopper. Am Mittwoch noch die Supercup-Aufgabe in der finnischen Kapitale Helsinki, an diesem Samstag nun das erste Auswärtsspiel in dieser noch jungen Bundesligasaison in Berlin. Die Eintracht bekommt in diesen Tagen einen Vorgeschmack auf das, was von September an den Rhythmus bestimmt: Spiele im „englischen Modus“, wie es Trainer Oliver Glasner am Freitag vor dem Abflug in die deutsche Hauptstadt bezeichnete. Drei Spiele in sieben Tagen.

Bundesliga

Die Partie gegen Hertha BSC (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky) ist zugleich eine Zäsur. „Der Supercup war endgültig das Ende der Europa-League-Reise“, sagte Glasner. „Jetzt ist Schluss.“ Jetzt geht es los mit dem Ernst des Alltags. Das schlimme 1:6 gegen Meister Bayern München ist vorbei, vergessen und abgehakt. „Jetzt liegt der Fokus auf der Bundesliga.“

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Es ist, wenn man so will, eine Art Neustart für die Frankfurter Mannschaft, die sich im Kerngeschäft Bundesliga viel vorgenommen hat und am Ende der 34 Prüfungen auf einem der ersten sechs Plätze stehen will, um die europäische Zukunft zu sichern. Dafür ist ein Sieg bei der Hertha fast schon Pflicht. Und natürlich auch die einzige von Glasner angestrebte Option.

Ein Systemwechsel ist möglich

„Ganz klar, wir wollen gewinnen“, sagte der österreichische Fußballlehrer, der sich trotz des 0:2 gegen Real Madrid ausgesprochen entspannt präsentierte. „Jetzt kommen drei normale Wochen.“ Dass bis auf zwei Langzeitverletzte alle Profis „fit und einsatzbereit“ sind, wie Glasner zufrieden sagte, bedeutet auch: Der Eintracht-Trainer kann jetzt mit der Rotation beginnen – muss es aber nicht. Immerhin: Er stellte in Aussicht, dass der „eine oder andere zum Einsatz kommen kann“.

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Sicher scheint: Mario Götze kehrt wie schon beim siegreichen Pokalspiel in Magdeburg in die Startelf zurück. Sogar ein Systemwechsel von Dreier- auf Viererkette ist möglich, deutete Glasner beim Blick auf den Gegner an. Der seit Jahren chronisch schwächelnden Hertha sprach er gleichwohl viel Potential zu. „Sie haben ein sehr starkes Mittelfeld und viel Qualität.“ Und sie haben mit Kevin-Prince Boateng jemanden, der einst in Frankfurt im Jahr des Pokalsiegs einer der Anführer gewesen ist.

In Berlin ist es Boateng immer noch. Auch mit Worten ist der Offensivspieler ganz vorne dabei. „Die Eintracht und wir von der Hertha, das sind zwei Mannschaften auf Augenhöhe“, sagte Boateng vor dem Wiedersehen. Eine optimistische Einschätzung. In den zurückliegenden Jahren ist es dreimal die Eintracht gewesen, die ihre Aufgaben in der Hauptstadt zumeist mit Bravour und immer siegreich erfüllt hat.

Auch Filip Kostic hatte daran Anteil. Am Freitag nun ist sein Wechsel zu Juventus Turin auch ganz offiziell über die Bühne gegangen. Knapp vier Jahre lang hat der linke Außenmann in Frankfurt gewirkt und dabei wettbewerbsübergreifend in 172 Spielen 33 Tore erzielt und 64 Vorlagen geliefert. Der 29 Jahre alte Serbe war zumeist Herz und Hirn von Eintracht-Mannschaften, die in den vergangenen Bundesligajahren die Plätze sieben, neun, fünf und elf belegt haben. Sein vielleicht bestes Spiel machte Kostic in Barcelona. Als die Eintracht dem großen FC beim 3:2 im Camp Nou eine böse Niederlage zufügte, erzielte Kostic zwei Tore und glänzte zudem einmal als Vorbereiter.

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Zum Abschied sagte Sportvorstand Markus Krösche am Freitag: „Die Entwicklung von Eintracht Frankfurt in den vergangenen Jahren und nicht zuletzt der Gewinn der Europa League wird immer mit Filip Kostic verbunden bleiben. Aufgrund seiner großen Verdienste und seines tadellosen Verhaltens sowie des im nächsten Jahr auslaufenden Vertrags ist die gemeinsame Übereinkunft eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung. Ein Stück weit ist es auch immer eine Auszeichnung für die Arbeit des gesamten Vereins, wenn ein Spieler das Interesse der internationalen Elite weckt.“ Bei Juve hat Kostic einen Vertrag bis Mitte 2026.

Im Auswärtsspiel bei der Hertha wird wie schon im Supercup gegen Real Christopher Lenz auf der Kostic-Seite spielen. „Chris hat es in Helsinki sehr gut gemacht“, lobte Glasner den 27-Jährigen. Dass der neue Linksverteidiger Luca Pellegrini, dessen Leihe die Eintracht am späten Freitagabend bestätigte, schon mit zum Reisekader für Berlin gehört, schloss Glasner aus.

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„Eine aktuelle Neuverpflichtung fährt nicht mit.“ Der 23 Jahre alte Pellegrini kommt von Juventus Turin und bestritt dort 69 Spiele in der Serie A. „Luca Pellegrini kann auf der linken Außenbahn beide Defensivpositionen ausfüllen – sowohl vor einer Dreierabwehrkette als auch eine Position tiefer in einer Viererkette. Damit macht er uns im Spielaufbau sowie im Defensivverbund noch variabler und erhöht generell unsere Flexibilität“, sagte Krösche.

Daichi Kamada auf jeden Fall. Obwohl es der Japaner verpasste, gegen Real das mögliche 1:0 zu erzielen, zeigte sich der Eintracht-Trainer von seiner Leistung angetan. „Er hat viel abgerissen.“ Jetzt muss der technisch begabte Antreiber nur noch das Tor treffen. Stichwort Tor: Für die Prüfung bei der Hertha bieten sich Glasner reichlich Möglichkeiten, offensiv zu wirbeln. Neben Stammkraft Rafael Borré drängt es auch Randal Kolo Muani in die erste Elf – und Lucas Alario, den selbstbewussten, stolzen Argentinier, sowieso.

Aus Leverkusen nach Frankfurt gewechselt, um dort sofort erste Wahl zu sein, muss sich Alario jedoch gedulden. Wie Götze, der behutsam und sorgfältig integriert werden soll. Dass der Weltmeister beim Supercup nicht von Beginn an dabei war, nahm er professionell. „Er hat vollstes Verständnis gehabt“, sagte Glasner.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Weitbrecht, Ralf
Ralf Weitbrecht
Sportredakteur.
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