Leihgeschäfte der Eintracht

Lehrjahre in Belgien

EIN KOMMENTAR Von Ralf Weitbrecht
15.08.2022
, 08:40
Jens Petter Hauge muss noch Erfahrungen sammeln.
Der Norweger Jens Petter Hauge konnte sich bisher bei der Eintracht nicht durchsetzen. Nun soll er Spielpraxis in Belgien sammeln – wie vor ihm Tuta und Daichi Kamada. Bei ihnen hat es sich gelohnt.
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Belgien statt Bundesliga. Ebenso wie vor ihm Tuta und Daichi Kamada zieht es nun auch Jens Petter Hauge für ein Entwicklungsjahr ins Ausland. Die Eintracht hat mit den Leihgeschäften des Brasilianers und des Japaners gute Erfahrungen in Belgien gemacht. Sowohl Tuta als auch Kamada sind nach ihren lehrreichen Aufenthalten aus dem Nachbarland in der Verfassung zurückgekehrt, um für die erstklassigen Anforderungen in Deutschland gewappnet zu sein.

Bundesliga

Der Norweger Hauge ist noch nicht so weit, um der Eintracht nachhaltig und dauerhaft zu helfen. Einigen wenigen guten Einsätzen stehen etliche schwache Darbietungen gegenüber. Der Skandinavier, einst als hoffnungsvoller Offensivspieler vom AC Mailand nach Frankfurt ausgeliehen und kürzlich für zehn Millionen Euro bis Mitte 2026 fest verpflichtet, hat die hohen Erwartungen bislang nicht erfüllt.

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Mächtige Fußstapfen

Die Fälle Tuta und Kamada haben gezeigt, dass dies nicht das Ende aller Hoffnungen sein muss. Orts- und Ligaveränderung haben dem Eintracht-Duo in Belgien auf ihren Stationen in Kortrijk und Sint-Truiden ausgesprochen gutgetan. Hauge kann es ihnen in Gent gleichtun. Kann also sein, dass Hauge vielleicht doch noch einschlägt und sich die Geduld der Verantwortlichen auszahlt. Doch wie sieht es bei der Personalie Pellegrini aus?

Der 23 Jahre alte Italiener soll sofort in große, mächtige Fußstapfen treten. Als Nachfolger von Filip Kostic auserkoren, ist der Druck, der auf dem linken Außenbahnspieler lastet, enorm. Bei seinem Klub Juventus Turin, zu dem er 2019 für üppige 22 Millionen Euro von der AS Rom gewechselt war, konnte er sich nicht durchsetzen. Dies erklärt die Leihgeschäfte mit Cagliari und Genua. Zudem warfen ihn etliche Verletzungen immer wieder zurück. Nun also Frankfurt.

Im Spiel nach vorn, der langjährigen Domäne des torgefährlichen Kostic, der zudem als verlässlicher Vorbereiter zu glänzen wusste, soll Pellegrini Power haben. Auch in der Viererkette, so sie denn in den taktischen Planungen von Trainer Oliver Glasner zukünftig eine maßgebliche Rolle spielt, fühlt sich Pellegrini wohl. Power an sich ist gut. Besser sind konstante Erfolge. Nach den beiden klaren Niederlagen gegen München und Madrid hat das Remis von Berlin gezeigt, dass auf die ambitionierte Eintracht in dieser anspruchsvollen Saison noch viel Arbeit wartet.

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Weitbrecht, Ralf
Ralf Weitbrecht
Sportredakteur.
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