Eintracht unter Druck

Zurück zum Kerngeschäft

EIN KOMMENTAR Von Jörg Daniels
12.08.2022
, 05:58
Muss sich aufrappeln: die Eintracht um Ansgar Knauff
Nach der Enttäuschung im Supercup müssen die Frankfurter schleunigst nach vorne blicken. Denn das „täglich Brot“ der Eintracht bleibt die Bundesliga. Und da wartet bereits die nächste Herausforderung.
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Frankfurts „täglich Brot“ sei die Bundesliga. „Wir dürfen sie nicht aus den Augen lassen“, warnte Torhüter Kevin Trapp bereits Mitte Juli am Schlusstag des Trainingslagers in Österreich, nachdem er reichlich Fragen zur Champions League beantwortet hatte. Nach den Niederlagen der Eintracht gegen Bayern München (1:6) zum Bundesligaauftakt und gegen Real Madrid (0:2) im Supercup wartet nun der Erstliga-Alltag mit drei Pflichtaufgaben auf den im Wettkampf früh geerdeten Europa-League-Gewinner.

Die Aufgaben der Eintracht

Und schon ist das von vielen hoch gehandelte Team unter Druck, in seinem Kerngeschäft einen Fehlstart abzuwenden, der unerwartet große Unruhe auslösen würde. In den Spielen gegen Hertha BSC (Samstag, 15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky), Köln und Bremen müssen die Hessen, die nach dem 34. Spieltag zu den besten sechs Klubs zählen wollen, beweisen, dass sie sich zu Recht hohe Ziele gesetzt haben. Dass sie vor allem aus der Bruchlandung gegen die Bayern gelernt haben.

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Würden die Eintracht-Profis in Berlin diszipliniert auftreten und jeder seine Aufgabe erfüllen, wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung gemacht. Im Angriff und in der Abwehr müssen die Spieler konsequenter handeln als in den Duellen mit Madrid und München. Das offensive Personal muss die Torchancen besser verwerten und die Defensive darf sich keine individuellen Aussetzer leisten. Erst dann schafft es die Eintracht aus eigener Kraft, auf den Erfolgsweg zurückzukehren und ihren Ansprüchen gerecht zu werden.

Frankfurts Auftritt in Berlin wird zudem zeigen, wie der Champions-League-Teilnehmer mit dem Weggang von Filip Kostic zu Juventus Turin umzugehen vermag. Unbestritten ist die große Schwächung der Mannschaft, die ihren Zielspieler auf der linken Außenbahn verloren hat. Dem serbischen Nationalspieler gelangen in seinen vier Jahren in Frankfurt 33 Tore und 66 Vorlagen in 172 Pflichtspielen. Mit seiner Wucht und Dynamik hatte der Serbe eine Sonderstellung im Angriff.

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Madrids deutscher Weltmeister Toni Kroos sieht jetzt die Frankfurter Erfolgsaussichten in der Champions League geschmälert. „Ich glaube, dass Kostics Abgang sehr schwer wiegt“, sagte er. „Das war der beste Spieler im vergangenen Spieljahr.“

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Daniels, Jörg
Jörg Daniels
Redakteur in der Sportredaktion
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