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2:1 bei Arsenal

Frankfurter Coup in London

Von Ralf Weitbrecht, London
 - 22:59
Mann des Abends: Der Japaner Daichi Kamada (vorne)

Ein großer Sieg zum kleinen Jubiläum. Die Frankfurter Eintracht hat ihrem Trainer zu dessen 75. Spiel ein höchst überraschendes Geschenk gemacht. Am Donnerstagabend gelang der Mannschaft von Adi Hütter ein kaum für möglich gehaltener Coup in der Europa League. Im vorletzten Gruppenspiel siegte die Eintracht auswärts bei Tabellenführer FC Arsenal 2:1. Ein Erfolg, herausgeschossen durch den zweifachen Torschützen Daichi Kamada (55. und 64.), der sich in der ersten Halbzeit nicht angedeutet hatte, denn die Londoner, für die Pierre-Emerick Aubameyang die hochverdiente Führung erzielte (45.+1), waren zunächst die klar bessere Mannschaft.

Doch im zweiten Spielabschnitt wurde alles anders – und der Frankfurter Traum, auch im nächsten Jahr in der Europa League dabei zu sein, bekam neuen Schub. Im parallel stattfindenden anderen Gruppenspiel kam Verfolger Standard Lüttich bei Vitoria Guimaraes nicht über ein 1:1 hinaus.

Europa League

Tabellenführer Arsenal brauchte einen Punkt, um sich vorzeitig für den Einzug in das Sechzehntelfinale zu qualifizieren. Und die Mannschaft von Trainer Unai Emery tat von Beginn an alles, um gleich drei zu holen. Schon in der elften Minute bot sich Aubameyang die erste große Chance für die Londoner. Kurze Zeit später spielte Danny da Costa unfreiwillig den Vorbereiter für die nächste gute Einschussgelegenheit. Doch der rechte Frankfurter Außenmann hatte Glück. Seine Kopfballvorlage nutzte Gabriel Martinelli zwar zu einem Schuss aus kurzer Distanz, Eintracht-Keeper Frederik Rönnow parierte prächtig (16.). Und in derselben Minute war es dann Gelson Fernandes, der mit dem Kopf vor der Torlinie klärte und die zu diesem Zeitpunkt längst überfällige Führung für Arsenal verhinderte.

Von der Eintracht war so gut wie nichts zu sehen. Der Sturm, gebildet von André Silva und Goncalo Paciencia, war nur ein Stürmchen. Und so war es wieder einmal der Däne Rönnow, der sich auszeichnen und für die Eintracht verdient machen konnte. Diesmal war es Bukayo Saka, der Maß nahm, aber gleichfalls am besten Frankfurter scheiterte (29.). Den ersten halbwegs nennenswerten Angriff der Eintracht gab es in der 38. Minute, doch der finale Flankenball von da Costa fand keinen Abnehmer.

Keine Frage: Das Geschehen spielte sich nahezu ausschließlich in der Frankfurter Hälfte ab, und nachdem Saka abermals verpasste (41.), schienen die Engländer schon ein Stück weit zu verzweifeln. Doch sie wurden belohnt. Nachdem sich Martinelli leichtfüßig gegen den ansonsten umsichtigen Martin Hinteregger durchgesetzt hatte, war Aubameyang so frei, das für Arsenal hochverdiente 1:0 zu erzielen. Seinen Flachschuss lenkte Rönnow mit dem Fuß unter die Latte, von wo aus der Ball ins Frankfurter Tor sprang (45.+1).

Auch nach dem Seitenwechsel stand die Mannschaft von Hütter gehörig unter Druck. Der wieder in die Startelf zurückgekehrte Kapitän David Abraham musste weiter defensiv Schwerstarbeit verrichten. So verhinderte er mit einer beherzten Grätsche nach einem Schuss von Joe Willock ein weiteres Gegentor. Dann passierte Unerwartetes: Daichi Kamada narrte die Londoner Abwehr mit einer geschickten Körpertäuschung, legte sich den Ball auf links vor – und schoss aus 16 Metern zum 1:1 ein (55.). Ein Tor wie aus dem Nichts. Ein Tor, das dem Spiel einen völlig neuen Anstrich gab.

Die Eintracht begann endlich Fußball zu spielen und Arsenal unter Druck zu setzen. Hatte Filip Kostic mit einem Flachschuss noch Pech (61.), so war abermals auf Kamada Verlass. Der von Arsenal überhaupt nicht zu bremsende Japaner schlug diesmal mit rechts zu. 2:1 – ein Schuss wie ein Strahl (62.). Die Eintracht hatte die Partie auf spektakuläre Weise gedreht. Der Traum von Europa, international zu überwintern, war zu diesem Zeitpunkt kein Wunschdenken mehr. Mijat Gacinovic, nach der Pause für Gelson Fernandes in die Partie, hätte sogar auf 3:1 erhöhen können. Doch dem Serben fehlte es bei seinem Konter an Fortüne (69.).

Sollte Arsenals miserable Serie der Eintracht in die Karten spielen? Die „Gunners“ genannten Londoner haben seit Anfang Oktober kein Spiel mehr in der Premier League gewinnen können. „Unsere Fans sind sauer und enttäuscht“, sagte der deutsche Arsenal-Spieler Shkodran Mustafi.

Die Frankfurter Fans, die sich trotz des vom Europäischen Fußball-Verband (Uefa) verhängten Zuschauerausschlusses in London Zutritt zum Emirates Stadium verschafft hatten, machten in der riesigen Betonschüssel, in der angeblich 49.000 Besucher gewesen sein sollen, nach den beiden Frankfurter Toren immer wieder mit deutlich vernehmbaren Schlachtrufen auf sich aufmerksam. Und als Schluss und der Frankfurter Coup tatsächlich perfekt war, wurde weiter unverdrossen gesungen und gejubelt.

Quelle: FAZ.NET
Autorenporträt / Weitbrecht, Ralf
Ralf Weitbrecht
Sportredakteur.
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