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Eintracht Frankfurt

„Das wird ein Hammerprogramm“

Von Marc Heinrich, St. Petersburg
Aktualisiert am 12.01.2020
 - 22:17
Hoffnung im Tor: Kevin Trapp kehrt nach Verletzung zurück.
Eintracht Frankfurt steht nach der Rückkehr aus Florida vor schwierigen Aufgaben, auf dem Platz und daneben. Die Analyse nach dem Trainingslager zeigt, was Mut macht – und wo Handlungsbedarf besteht.

Es hat sie kalt erwischt. Bei der Rückkehr in den Alltag mussten sich die Profis der Eintracht auch an die heimischen Temperaturen wieder gewöhnen. Am Samstag ging für sie das Trainingslager in Florida zu Ende. Nun bleiben sechs Tage, um sich im hessischen Winter weiter auf den ersten Ernstfall der Rückrunde vorzubereiten. Die Frankfurter haben sich viel vorgenommen und wollen die schwächlichen Eindrücke, die sie zuletzt bei Pflichtspielen in Serie ablieferten, korrigieren. Die erste Gelegenheit dazu bietet sich am kommenden Samstag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Bundesliga und bei Sky), wenn die Elf von Trainer Adi Hütter in Hoffenheim antreten wird. Ein Zwischenfazit der Vorbereitung des Tabellendreizehnten, der zum einen sehen muss, dass er in der Bundesliga-Rangliste nicht weiter in die Abstiegsregionen abrutscht und zudem im DFB-Pokal und in der Europa League gefordert ist, was zusätzliche Kraftanstrengungen erfordert.

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Woraus Hütter Zuversicht schöpfen kann

Kevin Trapp ist wieder in seinem Element. Der Torwart stieg vor anderthalb Wochen ins Teamtraining ein und absolvierte sämtliche Aufgaben ohne Einschränkungen. Folgen seiner Schulteroperation, der er sich Anfang Oktober unterziehen musste, sind nicht mehr zu spüren. Aus seinem Ehrgeiz, so schnell wie möglich wieder zwischen den Pfosten zu stehen, machte der 29-Jährige keinen Hehl, auch weil er sich präsentieren möchte, um im Sommer zum Kader des Nationalteams zu gehören: „Das Risiko kann man nie komplett ausschalten, aber grundsätzlich kann ich auf das Spiel in Hoffenheim hinarbeiten“, sagt er.

Die Kollegen könnten ihn als aufmerksamen Rückhalt und lautstarken Kommandogeber gut gebrauchen, zumal Hütter in der Defensive auf eine veränderte taktische Ausrichtung setzt und es mit einer Viererkette probieren wird. In dieser Reihe ist David Abraham gesetzt. Der Kapitän hat seine Sperre nach dem Check gegen den Freiburger Trainer Christian Streich abgesessen und machte während des Geschehens in Amerika deutlich, dass ihm die Umstellung kein Problem bereitet, da er sich mit diesem System zuvor im Laufe seiner Karriere schon vielfach vertraut gemacht hat. Auch Bas Dost sprüht vor Tatendrang. Der Sommereinkauf scheint seine gesundheitlichen Beschwerden auskuriert zu haben.

Die Nervenentzündung an der Leiste, die ihm zu schaffen machte, bekam ein Spezialist dank Akkupunktur in den Griff – und der Holländer ist seitdem kaum wiederzuerkennen: Der Hüne mit Schuhgröße 48 war bei sämtlichen Torschussübungen der zuverlässigste Scorer. An ihm führt im Angriff kein Weg vorbei. Hinter ihm müssen sich in dieser Reihenfolge die beiden Portugiesen Gonçalo Paciência und André Silva sowie Dejan Joveljic einsortieren. Wobei der Serbe sein Können während der Zeit in Übersee aufblitzen ließ. Ihm würde es guttun, wenn sich die Eintracht frühzeitig der größten sportlichen Sorgen entledigte, so dass ihn Hütter bedenkenlos mit mehr Einsatzminuten für seine Mühen belohnen könnte. Dem 20-Jährigen fehlt Spielpraxis, doch er bringt viel Talent mit, das sich bei entsprechenden Rahmenbedingungen entfalten kann.

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Wo Handlungsbedarf herrscht

Daichi Kamada wird das Pech nicht los. Zum Ende des zweiten Halbjahres 2019 war der Japaner mit seinen Kräften am Ende: 27 Einsätze waren für den Mittelfeldspieler, der zuvor auf diesem Niveau noch nie gefordert war, zu viel. Seinen Urlaub über Weihnachten verbrachte er in der Heimat und kehrte mit einem Infekt zurück. Beim Test gegen die Hertha zog sich Kamada nun einen Bänderriss am rechten Sprunggelenk zu – er wird wochenlang pausieren müssen. Ein Manko ist zudem der langfristige Ausfall von Gelson Fernandes. Der Schweizer erlitt im Camp in Bradenton einen Sehnenriss an der Hüfte. Er wurde bereits operiert. Der 33-Jährige gehörte aufgrund seines Laufpensums bei Hütter zu den Dauerbrennern.

Der Klub muss schnell entscheiden, wie er im Mittelfeld personell nachlegt. Gesucht werden variable Tempomacher, die Zug nach vorne, aber auch den Blick für die Defensive besitzen. Keine einfache Aufgabe. Was den Verlust von Fernandes folgenschwer macht: Mit ihm geht der Mannschaft – neben Marco Russ, der an den Folgen eines Achillessehnenrisses laboriert – noch ein guter Geist verloren. Fernandes kann sich aufgrund seines Sprachtalents mit jedem verständigen und war als Dolmetscher auf dem Platz auch Hütter oft eine Hilfe. Für ihn ist diese Spielzeit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gelaufen.

Wie es weitergeht

Dem Wiedereinstieg im Kraichgau am 18. Januar folgt das Heimspiel eine Woche später gegen RB Leipzig. Danach hält die Bundesliga weitere anspruchsvolle Prüfungen bereit, bei denen sich die Eintracht keinen Ausrutscher erlauben darf, wenn sie der Abstiegszone fernbleiben möchte. Hütter formulierte es zuversichtlich. Er ist nach den amerikanischen Impressionen überzeugt, dass sich das Team am „eigenen Schopf aus dem Sumpf befreien“ wird.

Dazu muss es zunächst in Düsseldorf (1. Februar), gegen Augsburg (7. Februar), in Dortmund (14. Februar), gegen Union (24. Februar), in Bremen (1. März), in Leverkusen (7. März), gegen Gladbach (15. März) und in München (22. März) bestehen. Dazu füllen das DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Leipzig (4. Februar) und die beiden Europa-League-Duelle in der ersten K.-o.-Runde gegen Salzburg (20. und 27. Februar) das Programm, ehe die Spieler, die in der nächsten Länderspielpause nicht auf Tour gehen müssen, kurz durchschnaufen können. Fredi Bobic drückte es plakativ aus. Der Sportvorstand fasste die nächsten Gegner mit vier Worten zusammen: „Das wird ein Hammerprogramm.“

Quelle: F.A.S.
Autorenporträt / Heinrich, Marc
Marc Heinrich
Sportredakteur.
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