Galaxy-Besitzer Korosek

„Die Fans sollen zu Hause sagen: wow“

Von Leonhard Kazda
04.07.2021
, 12:29
Frankfurt Galaxy startete mit einer Niederlage in Hamburg in die European League of Football.
Teambesitzer Alexander Korosek spricht im Interview über den Heimspielstart der Frankfurt Galaxy, die Kritik an der Liga und dem Klub sowie sein Engagement bei den United Volleys.
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Frankfurt Galaxy ist mit einer Niederlage (15:17 in Hamburg) und einem Sieg (42:20 in Stuttgart) in die Saison der European League of Football gestartet. Sind Sie zufrieden mit den ersten Auftritten in dieser neuen Liga?

Wir sind sehr zufrieden. Die Spiele haben gezeigt, wie eng die Teams der Liga beieinanderliegen. In Stuttgart hat man dann gesehen, dass da eine Mannschaft auf dem Feld war, die unbedingt gewinnen wollte. Auch damit sind wir sehr zufrieden. Vor allem, wenn man bedenkt, dass dies nach 18 Monate Spielpause war.

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An diesem Sonntag (15.00 Uhr, Stadion am Bornheimer Hang) steht das erste Heimspiel bevor. Wie wird der Auftritt von Galaxy gegen die Breslau Panthers aussehen?

Wir haben vom Gesundheitsamt Frankfurt die Freigabe bekommen, vor Zuschauern spielen zu können, und werden damit die erste Großveranstaltung in Frankfurt mit vierstelligen Besucherzahlen sein. Wir haben eine Freigabe für 3000 Zuschauer erhalten. Aufgrund der Sitzplatzregelung im Stadion werden wir 1800 Zuschauern Platz bieten können. Darauf freuen wir uns schon sehr. Die Fans werden natürlich eine Power Party bekommen. Aber wir müssen noch sehen, wie die Corona-Auflagen sind. Das bedeutet, dass wir nicht so exzessiv feiern können, wie man das von vergangenen Football-Events in Frankfurt kennt. Wir müssen an die Disziplin aller appellieren und darauf achten, dass alles in geregelten Bahnen verläuft. Aber die Fans sollen nach Hause gehen und sagen: Wow!

Wie sehen die Sicherheitsauflagen für die Zuschauer aus?

Jeder Fan hat ein personalisiertes Ticket. Er muss seinen Ausweis vorzeigen. Und er muss über einen negativen Test verfügen, der nicht älter als 24 Stunden ist. Oder nachweisen, dass er vollständig geimpft oder vollständig genesen ist. Im Stadion gelten strenge Abstandsregeln. Nur Familien oder Haushalte dürfen zusammensitzen. Darüber hinaus muss während der ganzen Veranstaltung ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, auch am Platz.

„Wir sind sehr zufrieden“: Alexander Korosek über den Start von Frankfurt Galaxy
„Wir sind sehr zufrieden“: Alexander Korosek über den Start von Frankfurt Galaxy Bild: Jan Huebner

Wie groß ist das Interesse an Tickets?

Wir könnten wahrscheinlich viel mehr Karten verkaufen. Für das erste Heimspiel wären das ganz locker 5000 Tickets gewesen. Natürlich wäre aber so etwas nicht so einfach zu handhaben, ohne dass man die Abstandsregeln im Stadion missachtet. Wir haben aber nun einmal diese Corona-Situation und müssen das Beste daraus machen.

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Wie viele Spiele plant Ihr Klub in der WM-Arena?

Wir würden natürlich gerne viele Spiele dort austragen. Aber wir müssen auch sehen, wie sich die Pandemielage entwickelt. Das Stadion am Bornheimer Hang ist unser Heimstadion. Was eventuelle Spiele in der großen Arena betrifft, können wir leider noch keine Aussage machen. Das wäre wie Glaskugellesen.

Glauben Sie, dass Galaxy wirklich anknüpfen kann an die Auftritte des gleichnamigen NFL-Europe-Klubs?

Wir sind nicht die alte, sondern die neue Galaxy. Jeder, der bis 2007 etwas mit dem Klub zu tun hatte, kennt noch die Anzahl der Zuschauer (häufig mehr als 40.000; Anm. d. Red.) und die Größe des Stadions. Aber wir sind auf dem Weg dorthin. Und wir haben das Ziel, eine Profiliga zu werden. Derzeit bauen wir eine professionalisierte Liga auf. So etwas braucht natürlich Zeit. Hier einen Zeitpunkt festzulegen ist schwierig. Der Wunsch ist aber da.

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Die Liga und auch Galaxy haben viel Kritik einstecken müssen, was die Übernahme von Strukturen, Mitarbeitern und Spielern von Erstligaklubs betrifft. Können Sie die kritischen Stimmen verstehen?

Die Frankfurt Galaxy ist eine GmbH, ein Unternehmen. Und alle Unternehmen, solche im Sport inkludiert, benötigen entsprechende Mitarbeiter. Keinem wurde von uns die Pistole auf die Brust gesetzt und gesagt: Ihr müsst jetzt alle mitkommen. Wir haben Angebote gemacht und gefragt: Habt ihr Lust, dabei zu sein? Wir haben also ganz einfach unser Unternehmen beworben. Und wenn jemand bessere Konditionen angeboten bekommt, wechselt er sehr wahrscheinlich seinen Arbeitsplatz.

Schön war die Zeit: Frankfurt Galaxy will die Football-Emotionen der Vergangenheit wieder aufleben lassen.
Schön war die Zeit: Frankfurt Galaxy will die Football-Emotionen der Vergangenheit wieder aufleben lassen. Bild: Imago

Seit Kurzem engagieren Sie sich auch als Gesellschafter beim Frankfurter Volleyball-Erstligaklub United Volleys. Wie kam es dazu?

Der Kontakt zu den Volleys ist im Hintergrund nach und nach entstanden. Wir haben festgestellt, dass Volleyball komplett zur spielfreien Footballzeit aktiv ist. Mit zwei Teams in einer Stadt hat man auch ganz andere Möglichkeiten – zum Beispiel, was Cross-Promotion betrifft. Das heißt: Die Projekte sollen voneinander profitieren: von Erfahrungswerten, von Personen. Alles, was sich daraus entwickelt, kann nur zum Vorteil für die Stadt sein. Denn Frankfurt hat Potential, was den Profisport angeht. Je mehr man die Möglichkeiten kennt und sie zusammenführt, desto schneller kann man Profisport in Frankfurt etablieren. Das ist eigentlich der Hauptgrund meines Engagements.

Hat Ihr mehrgleisiges Engagement einen strukturellen Hintergrund?

Natürlich hat man, wenn man so etwas macht, einen Plan. Es ist ja kein Geheimnis, dass die Volleys einen Vorvertrag mit „The Dome“ haben (ein Mehrzweckhallen-Bauprojekt auf dem Gelände des Frankfurter Flughafens, Anm. d. Red.). Die Kollegen von „The Dome“ würden uns als Frankfurt Galaxy gerne in ihren Büroräumlichkeiten begrüßen.

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Aber es gibt ja auch das Projekt von Skyliners-Geschäftsführer Gunnar Wöbke, der am Kaiserleikreisel eine Multifunktionsarena etablieren will.

Ich bin der Ansicht, dass man in die gleiche Richtung gehen sollte, wenn man ein solch großes Projekt plant. Zwei Multifunktionsarenen bauen zu wollen, hilft vermutlich niemandem. Man sollte sich zusammen auf ein Projekt fokussieren, damit es auch erfolgreich wird. Das würde auch der Stadt guttun. Denn Profivereine hätten eine ganz andere Plattform, sich zu präsentieren.

In Frankfurt sind jetzt durch die neue Koalition die Karten auch in dieser Beziehung neu gemischt worden. Was erwarten Sie von der Politik in Bezug auf einen Arena-Neubau?

Es ist sicherlich richtig, dass man seitens der Politik beide Optionen noch einmal prüft und die Faktenlage noch einmal genau durchgeht. Auch weil jetzt eine neue Koalition im Römer vertreten ist. Ich kann auch nachvollziehen, dass beide Projekte in den Koalitionsvertrag aufgenommen worden sind. Und wenn man dann eventuell der Meinung ist, dass „The Dome“ das wirtschaftlichere ist, dann sollte man dies auch schnell kommunizieren. Damit nach langen Jahren die Baumaßnahmen endlich durchgeführt werden können.

Quelle: F.A.Z.
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