Saisonstart in der GFL

Universe erleidet gleich einen Rückschlag

Von Leonhard Kazda
22.05.2022
, 17:25
Frankfurt Universe hat gegen die ifm Razorbacks Ravensburg das Nachsehen.
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Universe-Geschäftsführer Daniel Zeidler hofft in der neuen Saison auf den „nächsten Schritt“ seiner Mannschaft. Zum Auftakt gibt es allerdings eine deutliche Heimniederlage in der German Football League.
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Dass sie noch in der ersten Liga spielen, grenzt an ein kleines Wunder. Doch die Männer von Frankfurt Universe traten am vergangenen Samstag tatsächlich zu ihrem ersten Heimspiel in der neuen Saison der German Football League (GFL) an, der höchsten deutschen Spielklasse im American Football. Im vergangenen Jahr hatte die Mannschaft eigentlich keine Chance, den Abstieg zu vermeiden. Nachdem fast das gesamte Team zum in der European League of Football (ELF) antretenden Klub Frankfurt Galaxy gewechselt war, musste Universe mit Spielern aus der zweiten, dritten und sogar vierten Liga auskommen.

Doch dank eines unbändigen Überlebenswillens blieb das Team in der GFL, wenngleich am Ende auch noch ein wenig Glück im Spiel war, als Universe am Grünen Tisch die Punkte aus dem Heimspiel gegen Kempten zugesprochen bekam. In der neuen Saison soll es vor allem deutlich weniger hohe Niederlagen geben als in der letzten. „Wir wollen uns nicht mehr zur Schlachtbank führen lassen“, sagt Universe-Geschäftsführer Daniel Zeidler.

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Dass dies ein schwieriges Unterfangen wird, zeigte sich bereits am Samstag. Die ifm Razorbacks Ravensburg besiegten Frankfurt in einer einseitigen Partie 66:7. Trotzdem: Die Hoffnung der Frankfurter, in dieser Saison insgesamt nicht mehr ganz so chancenlos wie im vergangenen Jahr ins erstklassige Rennen zu gehen, ist da. „Wir haben einen kleinen Schritt nach vorne gemacht“, so Zeidler. „Und in dieser Spielzeit soll nun der nächste Schritt folgen.“ Diesen soll das Team in aller Bescheidenheit, aber auch mit Selbstbewusstsein machen.

Kein Cheftrainer

Der Kader steht. „Wir haben rund 70 unterschriebene Spielerpässe vorliegen.“ Universe bleibt attraktiv für Amateur-Footballspieler, vor allem solche, die in anderen GFL-Teams kaum Einsatzzeiten hätten. Dass die Hessen ohne Cheftrainer in die neue Saison gegangen sind, zeugt allerdings von der wirtschaftlichen Enge, die den Klub einschränkt. In der vergangenen Spielzeit hatte der Defense Coordinator Sean Averhoff nach dem Weggang des mexikanischen Headcoaches Mele Mosqueda dessen Position eingenommen.

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Jetzt teilen sich drei Männer den Posten. Marc-Philipp Gräff, der auch Aufgaben als Jugendtrainer wahrnimmt, soll gemeinsam mit Offense Coordinator Sascha Alexander Lanz und dem neuen Quarterback Theodore Michael Landers die Marschrichtung im Training und auf dem Spielfeld festlegen. Der Kanadier Landers hat in den vergangenen Jahren recht erfolgreich in Großbritannien Football gespielt und im März mit dem Team der Bullets der Universität aus Bristol die nationale College-Meisterschaft gewonnen. Gleichzeitig ist der 25-Jährige einer der wenigen sogenannten „Import“-Spieler, die sich Universe leistet. „Zwei, höchstens drei“ werde man im Kader haben, sagt Zeidler. Zu mehr reiche das Geld nicht.

© Twitter

Rund ein Zehntel des Etats, den Universe in den besten Zeiten einmal hatte, steht den Hessen in dieser Saison zur Verfügung. Dies sind etwa 150 000 Euro. „Wir sind sicherlich wirtschaftlich das Schlusslicht der Liga“, sagt Zeidler. Dass sein Klub trotzdem an den Start gehen könne, liege an der Kompromissbereitschaft des Stadionbetreibers FSV Frankfurt. In der Arena am Bornheimer Hang wird Universe lediglich die Haupttribüne nutzen.

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„Im vergangenen Jahr hatten wir einen Schnitt von 300 Fans“, berichtet Zeidler. „In dieser Saison hoffen wir auf 400 bis 500 Zuschauer.“ Auch die Stadt Frankfurt sei dem Klub „aus allen Richtungen entgegengekommen“, erklärt der Universe-Chef. „Die Stadt hat in der Stadionfrage vermittelt und war uns beim Trainingsplatz behilflich.“ Das GFL-Team kann nun weiter bei der Spielvereinigung Höchst trainieren, die drei Jugendteams üben bei der TSG Vorwärts in Rödelheim. Dass die National Football League (NFL) 2023 und 2025 jeweils ein Spiel in der Frankfurter WM-Arena austragen wird, hat offenbar auch Universe geholfen. „Die Spiele werden dem Frankfurter Football ganz sicher nützen“, so Zeidler.

Allerdings ist er sicher, dass Frankfurt Galaxy mit seinen Spielen in der ELF „die erste Adresse wird.“ Die Konkurrenz sei „übermächtig“, auch was das Geschehen abseits des Spielfeldes betrifft. So wird es bei den Heimspielen der Frankfurter zwar Catering geben, aber nicht das vom Football bekannte wummernde Entertainmentprogramm. Die Bratwurst als Vorspeise oder Zwischengang in der Halbzeitpause ist also gesichert. Zum Hauptgang steht aber nur ein Angebot auf dem Universe-Menü: Football.

Quelle: F.A.Z.
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