OFC trennt sich von Sobotzik

Es fehlte der finale Schritt

Von Jörg Daniels
22.05.2022
, 17:29
Thomas Sobotzik war in den Augen des Präsidiums als Geschäftsführer nicht erfolgreich genug.
Kickers Offenbach gewinnt den Hessenpokal, aber der Geschäftsführer muss gehen. Trotz großer Investitionen reicht es nicht für den Aufstieg in Liga drei. Sein Nachfolger kommt wohl von einem Konkurrenten.
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Die Anspannung stand Thomas Sobotzik ins Gesicht geschrieben. Der Offenbacher Geschäftsführer fieberte am vergangenen Samstag beim Hessenpokal-Finale dem Abpfiff entgegen. Und nachdem die Steinbacher im Gießener Waldstadion in den Schlusssekunden mehrmals den Treffer zum 1:1 verpasst hatten, konnte auch Sobotzik aufatmen: Das Eigentor (38. Minute) des Steinbachers Sasa Strujic reichte dem OFC, um sich als glücklicher Gewinner des Wettbewerbs für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals in der kommenden Saison zu qualifizieren.

Das ist vor allem wirtschaftlich von immensem Wert, weil die Kickers nun mit einer garantierten Einnahme in Höhe von gut 130.000 Euro planen können. Viel Geld für einen Klub aus der Regionalliga Südwest. In ihrer Spielklasse hatten die Offenbacher als Dritter den Aufstieg in die dritte Profiliga verpasst.

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Am Samstag zählte Sobotzik nominell noch zu den Siegern. Aber zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich bereits ab, dass er seinen Posten bald verlieren würde. Nach Informationen der F.A.Z. wird Matthias Georg neuer Geschäftsführer der OFC Kickers 1901 GmbH. Vereinspräsident Joachim Wagner wollte am Sonntag dazu keinen Kommentar abgeben.

Diskussion um Nachfolger

Er verwies auf eine außerordentliche Pressekonferenz, zu der die Offenbacher für den Montag eingeladen haben. Als Geschäftsführer Sport und Finanzen hatte Georg beim Ligarivalen TSV Steinbach Haiger gearbeitet. Dort bat er in diesem Monat um die vorzeitige Auflösung seines Vertrags. „Nach fast acht Jahren mit einer atemberaubenden Entwicklung fällt der Abschied schwer“, sagte Georg.

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Nach Informationen der F.A.Z. werden sich die Kickers mit großer Wahrscheinlichkeit auch von Cheftrainer Sreto Ristic trennen. Diese Personalie wollte Wagner ebenfalls nicht kommentieren. In der Öffentlichkeit wurde der ehemalige Bielefelder und Uerdinger Trainer Stefan Krämer bereits als Nachfolger gehandelt. Der 55-Jährige wird aller Voraussicht nach jedoch nicht die Nachfolge von Ristic antreten.

Zwei Lager

Mitte Januar hatten die Kickers die Verträge mit Ristic und Sobotzik mindestens bis zum 1. Juli 2023 verlängert. Das war als Zeichen gedacht und sollte die Offenbacher Aufstiegsambitionen beflügeln. Außerdem hatte die Vereinsführung durch die Verpflichtungen von Philipp Hosiner und Paul Milde in die Qualität der Mannschaft investiert. Doch in der Abschlussbilanz schlossen die Kickers dann um vier Punkte schlechter ab als Aufsteiger Elversberg.

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Bereits in den vergangenen Wochen hatten sich auf dem Bieberer Berg offenbar zwei Lager gebildet, die das Abschneiden des Teams unterschiedlich bewerteten: Auf der einen Seite Ristic und Sobotzik und auf der anderen Teile der Vereinsgremien und Sponsoren. Die Klubverantwortlichen mit Präsident Wagner an der Spitze haben das letzte Wort.

Und sie trauen dem Gespann Sobotzik/Ristic die langersehnte Rückkehr in die dritte Liga wohl nicht mehr zu. Unter Ristic hatte der OFC in den zurückliegenden eineinhalb Jahren in 68 Spielen 149 Punkte geholt, das sind 2,20 Punkte pro Spiel. In dieser Runde stellte der OFC die beste Defensive und die zweitbeste Offensive. Als Sobotzik im November 2019 seine Arbeit in Offenbach aufnahm, war der OFC Dreizehnter – mit nur einem Punkt Vorsprung vor dem ersten Abstiegsplatz. Aus Sicht der Vereinsführung ist aber der Aufstieg in Liga drei das Maß der Dinge. Diesen finalen Schritt konnten Sobotzik und Ristic mit den Kickers letztlich nicht machen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Daniels, Jörg
Jörg Daniels
Redakteur in der Sportredaktion
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