Eishockey-Vorbereitung beginnt

Die Löwen Frankfurt wollen sich beweisen

Von David Lindenfeld
29.07.2022
, 07:46
Starker Stürmer: Dominik Bokk hätte anderswo wohl mehr Geld verdienen können, entschied sich aber für Frankfurt
An diesem Montag starten die Löwen Frankfurt in die Vorbereitung. Die Vorfreude auf die DEL ist riesig, die Mannschaft fast komplett. Nur ein Mittelstürmer fehlt noch.
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In nicht einmal 50 Tagen ist es so weit. Nicht nur die im Eishockey oft als quälend lang empfundene Sommerpause endet dann, sondern auch mehr als eine Dekade des Wartens: 4549 Tage nach ihrem letzten Spiel gegen Ingolstadt treffen die Löwen Frankfurt in der höchsten Spielklasse auf das Topteam aus Wolfsburg. Und eigentlich braucht es keine Zahlen, um zu verdeutlichen, wie nah das große Ziel nun ist: Das Eis ist zurück in der Halle am Ratsweg, die Löwen haben jeweils ein orangefarbenes, schwarzes und weißes Trikot vorgestellt, und der Sender, der die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) überträgt, führt die Löwen auf seiner Homepage inzwischen nicht mehr unter Frankfurt Lions, dem Namen des Vorgängerklubs, wie das Anfang Juli noch der Fall war. Überall groß zu sehen: das Logo der DEL. Es kann los gehen.

Am Wochenende trudeln die Spieler ein, am Montag beginnt die Vorbereitung. Sieben Testspiele stehen an, in denen die Frankfurter auf fünf, je nach Verlauf eines Turniers auch auf sechs DEL-Mannschaften treffen, um sich an Spielweise und Tempo der neuen Liga zu gewöhnen. Wobei Sportdirektor Franz-David Fritzmeier betont, wie froh er darüber ist, dass viele Spieler und der neue Trainer Gerry Flemming (aus seiner Zeit als Ko-Trainer in Berlin) die Liga schon kennen. Wenig Anpassungszeit und kaum Anlaufschwierigkeiten – so würde ein guter Start aussehen. Die letzten Jahre habe man sich darauf konzentriert, im April das beste Eishockey zu spielen, wenn die Play-offs beginnen. „Jetzt wissen wir, dass wir von Anfang an bereit sein müssen.“

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Die Klub-Verantwortlichen betonen, dass es für den Meister von 2004 um den Klassenverbleib geht. „Wir spielen in einer elitären Liga gegen Milliardäre wie Anschutz, Hopp und Red Bull“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Stefan Krämer kürzlich im Podcast der DEL und verdeutlichte, was aus der finanziellen Übermacht der Sponsoren bei den Teams aus Berlin, Mannheim und München für die Löwen folgt: „Wir wissen, dass wir unser Geld besser investieren müssen als andere.“

Smarte Entscheidungen seien nötig. Eine davon war Dominik Bokk. Fritzmeier kennt den Stürmer schon lange, der Kontakt sei nie abgerissen, sagt er. Der 22 Jahre alte Angreifer, der 2018 in der ersten Runde der Draft in der nordamerikanischen National Hockey League (NHL) ausgewählt wurde, ist von den Carolina Hurricans, einem NHL-Team, ausgeliehen. Bokk hätte anderswo wohl mehr Geld verdienen können, entschied sich aber für Frankfurt, wo er bessere Aussichten auf eine wichtige Rolle im Team hat. Was für Bokk gilt, trifft auch auf andere zu: Die Löwen sind für viele eine Chance. „Die Mannschaft will sich beweisen, der Trainer will sich beweisen, alle wollen sich beweisen. Das ist unser Faustpfand“, sagt Fritzmeier.

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„Es wird keine One-Man-Show geben“

Es sei wichtig, „mit viel Energie zu starten und die Euphorie vom Aufstieg zu transportieren. Wir wollen auch den Winning-Spirit in der Kabine behalten.“ Die Neuen sollen das von Beginn an spüren. Das Team ist inzwischen fast komplett. Geplant ist zunächst nur noch die Verpflichtung eines ausländischen Mittelstürmers für die erste Reihe. Er wäre der achte Kontingentspieler von neun, die spielen, und elf, die insgesamt pro Team lizenziert werden dürfen. „Wir sind an einem Spieler schon länger dran. Er will auch unbedingt kommen, aber es gibt noch keine finale Einigung“, sagt der Sportdirektor. Wechselt er, wäre der Kader nach Fritzmeiers Vorstellungen gut aufgestellt – mit der Option, jederzeit noch mal reagieren zu können.

Die Mannschaftsstruktur ist ausgeglichen. Mit Bokk und Magnus Eisenmenger haben zwei der drei U-23-Spieler, die eingesetzt werden müssen, um mit der vollen Mannschaftsstärke antreten zu können, schon DEL-Erfahrung. Auch die vierte Reihe, wie auch immer sie genau aussehen wird, darf sich Hoffnungen auf einiges an Eiszeit machen. Das kann ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz sein. „Es wird keine One-Man-Show geben“, sagt Fritzmeier: „Die Basis ist die Mannschaft.“ Und die verfolgt das Ziel, das der Klub zum Motto für die Saison gemacht hat: „Wir sind gekommen, um zu bleiben.“

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Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Lindenfeld, David
David Lindenfeld
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