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Mainz-Profi Fernandes

Plötzlich Verteidiger

Von Peter Eisenhuth
 - 15:32
Coach Achim Beierlorzer im intensiven Gespräch mit Edimilson Fernandes

Nein, sagt Edimilson Fernandes, überrascht habe es ihn nicht, dass er am vergangenen Sonntag als Innenverteidiger auflaufen musste. Schließlich habe der Trainer ja unter der Woche schon mit ihm darüber geredet – wobei der Spieler die Idee nicht sehr prickelnd fand. „Ich habe ihm zunächst gesagt, dass ich es mir nicht vorstellen kann, dort zu spielen“, sagt er. Achim Beierlorzer, Coach des FSV Mainz 05, aber konnte es. Auch wenn Fernandes die Frage, wie oft er diese Position zuvor innegehabt hatte, mit einem Wort beantwortet: „Niemals.“ Also nutzte der im Sommer an den Bruchweg gekommene Schweizer, der unter Sandro Schwarz vornehmlich als Achter links in der Mittelfeldraute zum Einsatz gekommen war, die Trainingstage bis zum Bundesligaspiel bei der TSG Hoffenheim, um sich auf die neue Rolle einzustellen.

Bundesliga

Und das Experiment glückte: Die Mainzer gewannen 5:1. In Sinsheim habe er ein gutes Gefühl gehabt, sagt Fernandes, selbstbewusst sei er gewesen, viele Gedanken habe er sich nicht gemacht. Und in Moussa Niakhaté und Jeremiah St. Juste hätten ihm zwei wichtige, hilfreiche Stützen zur Seite gestanden. Sein Gefühl trog den 23-Jährigen nicht, die Statistik untermauerte den Eindruck, den er von sich selbst hatte: Die Quote seiner gewonnenen Zweikämpfe betrug mehr als 70 Prozent – im linken Mittelfeld hatte er es bis dahin auf rund 40 Prozent gebracht.

„Ich war am Anfang der Saison nicht der, der ich jetzt bin“

In seinen ersten neun Einsätzen hatte Fernandes eher wie ein Mitläufer gewirkt, zu dessen Stärken ganz sicher nicht Zweikampfverhalten zählt. Enttäuschend war das insofern, als der in den vergangenen Jahren für West Ham United und den AC Florenz tätige Zugang nicht als Perspektivspieler, sondern mit seiner Erfahrung aus den ersten Ligen in England und Italien als Ersatz des abgewanderten Jean-Philippe Gbamin gedacht war. Dass es im ersten Spiel unter Beierlorzer so viel besser lief, „ging natürlich auch mit dem Positionswechsel einher“, sagt er. Sicher, die Aufgaben als Innenverteidiger seien andere. In dieser Funktion müsse man das Spiel lesen und aufbauen können, obendrein intensiver kommunizieren, mit den Mittelfeldspielern und den Nebenleuten. „Aber der Trainer hat wohl gesehen, dass ich dazu in der Lage bin.“ Hilfreich sei auch gewesen, dass Beierlorzer viel mit ihm rede. „Wenn ich mal einen schlechten Moment habe, spricht er mit mir, zieht mich wieder nach oben, das ist etwas, was ich benötige.“

Einer, der Edimilson Fernandes seit Jahren berät, ihm als Ansprechpartner auch über den Fußball hinaus dient, ist sein Cousin: Gelson Fernandes, defensiver Mittelfeldspieler in Diensten der Frankfurter Eintracht. Er war es auch, der dem zehn Jahre jüngeren Edimilson im Sommer zum Wechsel nach Mainz geraten habe. Ein Tipp, für den der Neu-Mainzer ihn nicht regresspflichtig machen will. „Ich bereue diese Entscheidung nicht“, versichert er, „wir haben einen sehr guten Kader.“ Für ihn selbst seien die ersten Wochen schon wegen der Umstellung auf die Bundesliga schwierig gewesen, hinzu kam das für ihn ungewohnte Spielsystem, in dem er als alleiniger Sechser Probleme gehabt habe. „Ich war aber auch am Anfang der Saison nicht der, der ich jetzt bin.“

Gelson sei „ein Stück weit“ sein Idol, sagt Edimilson. Mit ihm telefoniere oder schreibe er jeden Tag, und zwei bis dreimal die Woche treffe man sich. Nur wegen des Derbys am kommenden Montag sind die beiden nicht gewillt, die Familienbande auch nur vorübergehend zu kappen. Zusammen auf dem Platz standen sie noch nie, auch wenn sie 2012/13 beide dem Kader des Schweizer Erstligaklubs FC Sion angehörten. Gegeneinander antreten mussten sie auch noch nie. „Ich freue mich darauf“, sagt der Mainzer. Und antwortet auf die Frage, was der Frankfurter ihm voraushabe: „Er ist sehr aggressiv.“ Kurze Pause, leichtes Lächeln: „Ich glaube, das ist alles.“

Quelle: F.A.Z.
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