Darmstadt 98 atmet auf

„Wir sind noch nicht so weit, wie ich mir das vorstelle“

Von Alex Westhoff
24.07.2022
, 14:06
Mit großer Spielfreude zum Erfolg: Braydon Manu (rechts)
Durch den 2:1-Sieg über Sandhausen vermeiden die Darmstädter einen Fehlstart. Aber die Verletztenmisere will einfach nicht abreißen. Immerhin überzeugt mancher Spieler auf fachfremden Positionen.
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Es war wahlweise ein „schöner Sieg“ (Torschütze Braydon Manu), ein „Arbeitssieg“ (Kapitän Fabian Holland) oder ein „Sieg für das Gemüt“ (Cheftrainer Torsten Lieberknecht). Beim SV Darmstadt 98 war am Freitagabend Erleichterung Trumpf. Denn nach der Auftaktniederlage in Regensburg galt es, einen Fehlstart samt der früh in der Zweitligasaison schon langen Liste an verletzten Spielern unbedingt zu verhindern. Denn dass sich Geschichte wiederholt, als sich die personell ebenfalls gebeutelten „Lilien“ im Vorjahr nach zwei Startniederlagen zu einer starken Runde aufschwangen, wollten sie nicht als gegeben betrachten.

2. Bundesliga

Und so agierten die Südhessen auch überwiegend unter Flutlicht beim 2:1 gegen Sandhausen. Es wurde deutlich, dass diese auf vielen Positionen beisammengebliebene Mannschaft nach wie vor eine Wucht entwickeln kann – gerade in Kombination mit ihrem Heimpublikum –, die es dem Gegner schwer macht. Aber auch ersichtlich waren noch einige Unwuchten im Darmstädter Spiel, die auch mit der sehr angespannten Personalsituation zu erklären sind. Bei aller Freude über die bei zweiter Gelegenheit erreichten ersten drei Punkte der Saison bekannte Lieberknecht: „Wir sind noch nicht so weit, wie ich mir das vorstelle.“

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Und es wird vermutlich noch die eine oder andere Woche brauchen, bis die „Lilien“-Maschine rundläuft. Die Rückkehr von wichtigen Kräften wie Mathias Honsak (Knochenödem im Rücken), Aaron Seydel (Hirnhautentzündung), Thomas Isherwood (Muskelbündelriss) ist da aber noch gar nicht absehbar. Eine schnelle Rückkehr wird bei Neuzugang Oscar Vilhelmsson (doppelter Bänderriss) erwartet.

Doch gegen Sandhausen verletzte sich auch noch Clemens Riedel. Der 19-Jährige hatte als Ersatzmann in der Abwehrreihe eine gute Partie gemacht, ehe er schon nach 55 Minuten mit einer Sprunggelenksblessur ausgewechselt werden musste. So kam der erst wenige Stunden vor Anpfiff aus Norwich verpflichtete Christoph Zimmermann schnell zu seinem Debüt, bei dem er am Ende tatkräftig mithalf, den Vorsprung über die Zeit zu bringen.

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„Es freut mich für Marvin“

Die schwungvoll ins Match gestarteten Darmstädter waren schon früh durch den satten Linksschuss von Manu (9.) in Führung gegangen, ehe Sandhausen nach einem Eckball glücklich der Ausgleich durch Zhirkov (24.) gelang. Ein seltenes persönliches Erfolgserlebnis von Marvin Mehlem (55.) bescherte den „Lilien“ dann den Siegtreffer. Der wohl begabteste Techniker im Kader hatte zuletzt vor knapp 14 Monaten für den SVD einen Treffer erzielt, er war also als Offensivspieler in einer überaus gut funktionierenden Mannschaft die gesamte Vorsaison über torlos geblieben.

Mit nunmehr 24 Jahren darf man von dem Badener in dieser Spielzeit erwarten, dass er seine Anlagen konstant in Leistung ummünzt und weniger jener verzagter Auftritte drin hat wie immer wieder in den Vorjahren. „Es freut mich für Marvin, dass er endlich seinen läuferischen Aufwand, den er betreibt, mit einem Tor krönen konnte“, sagte Lieberknecht, der seine Elf aus der personellen Not in einer 3-5-2-Formation auflaufen ließ.

Diese Grundordnung ist den Profis durchaus vertraut. Doch mussten darin sowohl Klaus Gjasula als zentrale Figur der Dreierabwehrkette als auch Manu als Sturmspitze auf fachfremden Positionen agieren. Der wendige, pausenlos Haken schlagende Manu („ich habe mich wohlgefühlt da vorne“) avancierte vor 13.500 Zuschauern gar zum Matchwinner in Blau-Weiß. Weil er nicht nur das Führungstor erzielte, sondern auch Mehlems Tor äußerst gekonnt vorbereitete.

Der in Norddeutschland geborene Ghanaer konnte seinen Freigeist als für die Sandhäuser nicht zu kontrollierendes Element nicht nur auf der angestammten rechten Seite, sondern auch an vorderster Front ausleben. Manus Jubelritual, sich einen Anglerhut reichen zu lassen, ist noch ein Relikt aus der Vorsaison. „Bei jedem einzelnen hat die Leistung gestimmt. Die drei Punkte sind wichtig für die Köpfe“, sagte Manu.

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Quelle: F.A.Z.
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