FAZ plus ArtikelWM-Spiel vor Reform

Sieht so das Schach der Zukunft aus?

Von Stefan Löffler
28.11.2021
, 09:30
Schach der Zukunft: Ohne große Reisen über Kontinente, immer in der Nähe der Familie und mithilfe der Technik
Der WM-Zweikampf mit klassischer Bedenkzeit wird für ein unerschütterliches Erfolgsmodell gehalten. Aber ist das wirklich so? Das künftige Spitzenschach könnte ganz anders sein als das Duell von Dubai.
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Ein Roboterarm über dem Schachbrett setzt sich unter leisem Surren in Bewegung. Die Greifhand steuert eine Figur an und umschließt sie. Noch bevor der Roboterarm mit der Figur über das Brett schwenkt, ahnt die Großmeisterin, welcher Zug auf sie zukommt. Während die Zuschauer, ob anwesend oder online mit Kamerabildern bedient, verfolgen, wie die Greifhand die Figur absetzt und dann die Schachuhr drückt, analysiert die Großmeisterin, was sich ihr Tausende Kilometer entfernter Gegner, der gerade, wie ein großer Bildschirm hinter ihr zeigt, direkt in die Kamera blickt, bei diesem Manöver gedacht hat.

Ein Schiedsrichter wacht darüber, dass sie keine unerlaubte Hilfe bekommt. Als die Partie beendet ist, reicht er der Großmeisterin ein Mikrofon. Sie sagt ein paar Sätze zum Spielverlauf, beantwortet Fragen – auch solche, die auf einem Bildschirm eingeblendet werden – und tauscht sich noch auf Englisch mit ihrem Gegner aus.

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