FAZ plus ArtikelAthletenproteste und das IOC

König ohne Narr

Von Volker Schürmann
22.02.2021
, 10:00
Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen: Das IOC will den olympischen Sport politisch neutral halten.
Warum das IOC willkürlich handelt, wenn es sonntags vom Diskriminierungsverbot in seinem Grundgesetz predigt, aber montags Athletenproteste gegen Menschenrechtsverletzungen in Stadien verbietet.

Der olympische Sport ist beständig in politische Konflikte verstrickt, und er hat selbst einen politischen Gehalt. Er steht nicht für nichts, sondern er sucht, so das grundlegende Prinzip 1 der Olympischen Charta (OC), einen Lebensstil zu schaffen, der nicht beliebig ist, sondern auf Bestimmtem aufbaut, etwa auf sozialer Verantwortung. Das grundlegende Prinzip 2 nennt explizit das Ziel, mit dem er antritt, nämlich einen Beitrag zur harmonischen Entwicklung der Menschheit leisten zu wollen.

Das grundlegende Prinzip 6 formuliert ein Diskriminierungsverbot. Wie soll man begreifen, dass trotzdem, bis ins Internationale Olympische Komitee (IOC) hinein, notorisch die politische Neutralität des Olympismus beschworen wird? Wie kann ein politischer Gehalt politisch neutral sein?

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