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Sommermärchen-Affäre

DFB-Boss Keller kritisiert Zwanziger, Niersbach und Co.

 - 14:53
„Das alles wurde durch ein paar Wenige kaputt gemacht“: Fritz Keller kritisiert seine Vorgänger.

Vor dem anstehenden Gerichtsprozess in der Schweiz hat DFB-Präsident Fritz Keller scharfe Kritik an den Verantwortlichen der Affäre um die Fußball-WM 2006 geübt. „Aus der Distanz konnte der Eindruck entstehen, dass immer nur das eingeräumt wurde, was bereits geleakt worden war. Das war in der Tat nicht besonders glaubwürdig, und hier hätte größere Transparenz sicher geholfen“, sagte Keller der Wochenzeitung „Die Zeit“.

Ab dem 9. März müssen sich die früheren DFB-Funktionäre Theo Zwanziger, Wolfgang Niersbach und Horst R. Schmidt sowie den früheren Fifa-Generalsekretär Urs Linsi vor dem Schweizer Bundesstrafgericht wegen Betruges in Mittäterschaft bzw. Gehilfenschaft zu Betrug (Niersbach) verantworten.

Dabei geht es um die weiterhin nicht geklärten Zahlungen von umgerechnet 6,7 Millionen Euro aus den Jahren 2002 und 2005. Die Beschuldigten haben die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Das Verfahren gegen den damaligen WM-Organisationschef Franz Beckenbauer war im Vorjahr abgetrennt worden. Er soll nun als Zeuge aussagen.

Der DFB tritt als Privatkläger auf, um mögliche zivilrechtliche (Schadenersatz-) Ansprüche gegen die Beschuldigten geltend machen zu können. Keller appellierte an die früheren Führungskräfte des Verbandes, offenzulegen, welchen Anteil sie an der Affäre haben. „2006 war ich mit meinen Söhnen im Stadion, überall, wo wir hinkamen, herrschten Euphorie und Lebensfreude. Wir haben so lange gewartet, dieses Bild vom lebensfrohen, fröhlichen Deutschen zeigen zu können“, sagte er. „Das alles wurde durch ein paar Wenige kaputt gemacht und diese Wenigen sollten endlich mal offenlegen, welchen Anteil sie daran haben. Das erwarte ich jenseits des Prozesses, denn sie haben nicht nur dem Fußball, sondern auch unserem Land Schaden zugefügt.“

Keine pauschale Ausgrenzung der AfD

Keller äußerte sich zudem zur AfD: Er halte nichts von einer pauschalen Ausgrenzung der AfD beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). „Klar könnte ich jetzt sagen: Wir nehmen keinen AFDler auf. Aber so einfach ist es nicht“, sagte der 62-Jährige der Wochenzeitung Die Zeit: „Vieles, was diese Partei verbreitet, ist ebenso grundfalsch wie brandgefährlich. Aber durch eine pauschale Ausgrenzung erreichen wir nichts. Wer unsere Werte teilt, ist in unserer Gemeinschaft willkommen. Wer sich aktiv dagegenstellt, muss außen vor bleiben.“ Nach Ansicht Kellers sei es zunächst die Aufgabe des DFB, Menschen „von unseren Werten“ zu überzeugen: „Wir stehen für Vielfalt und Integration aller Menschen aus allen gesellschaftlichen Kreisen. Wir treten entschieden ein gegen jede Form der Diskriminierung.“

Mit Blick auf den Anteil von Frauen in verantwortungsvollen Positionen des Verbands schließt Keller eine Quotenregelung nicht aus. Auf die entsprechende Frage antwortete Keller: „Wenn es gar nicht anders geht: ja. Wir müssen mit allen Mitteln versuchen, den Frauenanteil in den Führungspositionen unserer Mitgliederstruktur anzupassen. Da gibt es nichts zu beschönigen: Auch der DFB muss weiblicher werden.“

Quelle: dpa/sid
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