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Doping-Skandal im Biathlon

BMW fordert Aufklärung

 - 10:30

Anders Besseberg wehrt sich. Der Präsident der Internationalen Biathlon Union (IBU), gegen den die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) in Wien wegen „der Anwendung verbotener Substanzen beziehungsweise Methoden zum Zweck des Dopings, schweren Betruges im Zusammenhang mit Doping und der Geschenkannahme von Bediensteten“ ermittelt, ist sich offenbar keiner Schuld bewusst. Besseberg, der wie die ebenfalls ins Visier der Behörden geratene Generalsekretärin Nicole Resch sein Amt ruhenlässt, wird unter anderem vorgeworfen, seit 2011 an der Vertuschung von 65 russischen Doping-Fällen beteiligt gewesen zu sein. Beide bestreiten die Vorwürfe.

Er verstehe gar nicht, wie es möglich sein solle, 65 auffällige Proben zu vertuschen, wenn man – wie die IBU – dem Meldesystem der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada), genannt Adams, angeschlossen sei, sagte der Norweger der norwegischen Zeitung „Verdens Gang“. Nur vier Personen in der Internationalen Biathlon-Union hätten Zugang zu Adams. Er selbst gehöre nicht dazu. Und was die 300.000 Dollar angehe, die als Bestechungsgelder zur Vertuschung der Doping-Fälle geflossen sein sollen, sagte er, er habe „weder ein Angebot noch Geld bekommen“. Um sich persönlich mache er sich keine Sorgen, aber um die Reputation von Biathlon.

Das tun die Athleten auch. „Wenn sich die schweren Vorwürfe bewahrheiten sollten, wäre das eine Katastrophe für den Biathlon-Sport“, sagte etwa Arnd Peiffer, der Sprint-Olympiasieger von Pyeongchang, dem TV Sender Sky Sports News. Welche Auswirkungen die Affäre auf die Sponsoren hat, ist noch nicht abzusehen. Von BMW etwa, dem Titelsponsor der IBU, gab es dazu auf Anfrage nur ein kurzes Statement: „Fairplay ist in der Kultur von BMW fest verankert. Die bestehenden Kontrollsysteme müssen funktionieren und Anti-Doping-Maßnahmen entsprechend greifen. Wir beobachten die Situation mit großem Interesse und erwarten eine gründliche Aufklärung.“

Quelle: F.A.Z.
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