Strafe für Fifa-Präsidenten

Blatter bekommt seinen Bonus gestrichen

Von Michael Ashelm
18.01.2016
, 17:55
Der gesperrte Fifa-Präsident muss nach F.A.Z.-Informationen auf einen Teil seiner Vergütung verzichten, weil er wichtigen Aufgaben nicht nachgekommen ist. Doch die Strafe wirft auch eine Frage auf.

Der für acht Jahre gesperrte Präsident des Internationalen Fußball-Verbandes (Fifa), Joseph Blatter, bekommt Teile seiner Vergütung gestrichen. Das bestätigte der Sprecher der Audit- und Compliance-Kommission der Fifa gegenüber der F.A.Z. Grund sind wichtige Kontrollaufgaben, denen Blatter offensichtlich gegenüber dem vergangene Woche fristlos entlassenen Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke nicht nachgekommen ist.

„Die Aufsichtspflicht ist in den Zielvereinbarungen der Bonuszahlungen explizit aufgelistet. Die Entschädigungskommission hat an ihrer letzten Sitzung deshalb entschieden, keine weitere Bonuszahlung an Herrn Blatter mehr vorzunehmen“, sagte Andreas Bantel der F.A.Z. Um wie viel Geld es sich handelt, wurde nicht mitgeteilt. Zugleich wird Blatter trotz seiner Bestrafung durch die Fifa-Ethikkommission aber weiterhin vom Weltverband bezahlt. „Herr Blatter ist bis zur Wahl des neuen Präsidenten am 26. Februar 2016 der gewählte Präsident und hat gemäß Vertrag Anspruch auf seine Bezüge“, sagte Bantel.

„Vielleicht auch ein bisschen mehr“

Was der gescheiterte Fußball-Patron bei der Fifa verdient, ist nicht bekannt, weil die Vergütungen und Gehälter der Topfunktionäre und höchsten Fifa-Manager bislang nur aufsummiert ausgewiesen werden. Das soll sich auf Initiative des Vorsitzenden der Fifa-Compliance und Audit-Kommission, Domenico Scala, ändern. Auch die Reformengruppe der Fußballorganisation hat den Vorschlag des Schweizer Wirtschaftsmanagers inzwischen aufgegriffen.

Der außerordentliche Fifa-Kongress Ende Februar soll schlussendlich darüber entscheiden. Im zuletzt veröffentlichten Finanzreport wies die Fifa 39,7 Millionen Dollar aus, welche die 40 Personen im Exekutivkomitee und auf Direktorenebene im Jahr 2014 erhielten. 2011 behauptete Blatter gegenüber der F.A.Z., er würde im Jahr eine Million Dollar verdienen. „Vielleicht auch ein bisschen mehr“, wie er im Interview damals anfügte.

Nach Informationen der Fifa-Audit-Kommission hat der vergangene Woche geschasste Generalsekretär Valcke, der im September schon vorübergehend suspendiert worden war, jetzt auch keine Abfindung erhalten. In einem internen Fifa-Dossier der Wirtschaftsprüfer von KPMG, das Scala im Sommer in Auftrag gegeben hatte, werden dem ehemaligen Generalsekretär verschiedene Vorwürfe gemacht.

Unter anderem soll der Franzose bei Dienstreisen zu sehr Geschäftliches mit Privatem vermischt haben. Bisher wehre sich Valcke nicht rechtlich gegen die fristlose Kündigung durch die Fifa, wie der Sprecher der Audit-Kommission mitteilte. Parallel hat die Spruchkammer der Fifa-Ethikkommission ein Verfahren gegen den Franzosen eröffnet.

Quelle: F.A.Z.
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