Afghanische Fußballerinnen

Stimme der Stimmlosen

EIN KOMMENTAR Von Christoph Becker
21.11.2021
, 09:07
Khalida Popal: „Ich habe die Macht, die Stimme der stimmlosen Frauen zu sein. Und ich werde meine Macht nutzen.“
Die frühere Fußball-Nationalspielerin Afghanistans Khalida Popal wird für ihr Engagement geehrt. Von Dänemark aus hatte sie die Ausreise afghanischer Fußballspielerinnen organisiert.
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Vor den Feiertagen liegen die Feier-Tage. Vor lauter Auszeichnungen und Awards, die im Sport in den vergangenen Wochen des Jahres verteilt werden, wird manchem der Arm schwer. Aber das Gewicht der Trophäe ist selten ein guter Indikator für die Bedeutung der Leistung.

Khalida Popal bekam diese Woche einen eher leichten Teller zum „Hero Award“ der Fußball-Spielergewerkschaft (FIFPRO). Popal, 34 Jahre alt, einst afghanische Nationalspielerin, hatte im Sommer von Dänemark aus die Ausreise afghanischer Fußballspielerinnen aus Kabul und anderen Teilen Afghanistans organisiert. Die FIFPRO half ihr dabei, insofern zeichnete sich die Organisation am Mittwoch nicht zuletzt selbst aus. Zu Recht.

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Im September hatte Khalida Popal im Deutschlandfunk Kultur gesagt: „Wir arbeiteten Tag und Nacht, um die Frauen rauszubekommen. Ich habe die Macht, die Stimme der stimmlosen Frauen zu sein. Und ich werde meine Macht nutzen.“ Am frühen Donnerstagmorgen um kurz vor vier landeten 35 afghanische Nachwuchsspielerinnen mit ihren Familien in London. Ihre sich über Monate hinziehende Ausreise, die Flucht vor den Taliban über Pakistan mithilfe von Sponsoren und der Zusage von Leeds United, sich um die Mädchen zu kümmern, hatte Khalida Popal angestoßen.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Becker, Christoph
Christoph Becker
Sportredakteur.
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