Vor Paralympics in Tokio

Virus-Notstand in Japan verlängert

Von Patrick Welter, Tokio
18.08.2021
, 08:17
In Japan steigen die Zahlen der Corona-Infektionen weiter an.
Eine Woche vor Beginn der Paralympics weitet Japan den Virus-Notstand aus. Die Regierung reagiert auf den ungebrochenen Infektionsanstieg. Die Regeln des Notstands sind aber vergleichsweise milde.
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Mitten in der fünften Corona-Viruswelle weitet Japan den Virus-Notstand von sechs auf 13 Präfekturen aus. 16 statt bisher zehn Präfekturen unterliegen von Freitag an verschärften Anti-Corona-Regeln. Die Entscheidung gilt bis zum 12. September und deckt die in der kommenden Woche beginnenden Paralympischen Spiele in Tokio ab.

Die Regierung reagiert damit auf den ungebrochenen Anstieg der Infektionen. Tokio meldete am Dienstag 4377 Neuinfektionen, im ganzen Land waren es fast 20.000. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Tokio erreicht fast 230 Infizierte je 100 .000 Einwohner. Die Zahl der schwer erkrankten Patienten gefährdet inzwischen die allgemeine Gesundheitsversorgung.

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Die Regeln des Virus-Notstands sind vergleichsweise milde. Sie sehen vor allem frühe Schlusszeiten für Restaurants und Bars vor und den Verzicht auf den Alkoholausschank. Erstmals empfiehlt die Regierung jetzt auch Kaufhäusern, die Zahl der Kunden vor allem in unterirdischen Lebensmittelabteilungen zu begrenzen. Diese hatten sich zunehmend als Infektionsherde erwiesen.

Ministerpräsident Yoshihide Suga lehnt einen harten Lockdown ab, mit dem Argument, dass im Westen nicht die Lockdowns, sondern die Schutzimpfungen den Durchbruch gegen das Virus gebracht hätten. Suga strebt an, dass bis Oktober 80 Prozent der Bevölkerung durchgeimpft sein sollen. Derzeit sind es etwa 38 Prozent.

Japan sagt Formel-1-Rennen wieder ab

Die Formel 1 fährt wegen der Folgen der Corona-Pandemie auch in diesem Jahr nicht in Japan. Nach längeren Verhandlungen mit dem Veranstalter und den Behörden werde das eigentlich für den 10. Oktober geplante Rennen in Suzuka abgesagt, teilte die Rennserie am Mittwoch mit. Zuvor hatte die japanische Regierung wegen der alarmierenden Corona-Infektionslage den Notstand für die Hauptstadt Tokio abermals verlängert und auf weitere Präfekturen ausgeweitet.

Die Formel 1 werde in den kommenden Wochen die neuen Pläne für einen umgebauten Kalender vorlegen, hieß es. Auch die WM-Läufe in Kanada, Singapur und Australien waren bereits abgesagt worden. Zweifel halten sich zudem, ob das Rennen in Brasilien im November stattfinden kann. „Die Formel 1 hat dieses Jahr bewiesen, dass wir uns anpassen können und Lösungen für die anhaltende Unsicherheit finden“, teilte die Rennserie mit.

Es gebe anhaltend hohes Interesse aus vielen Ländern, einen Grand Prix auszurichten. Ursprünglich hatte die Formel 1 für diese Saison einen Rekordkalender mit 23 WM-Läufen geplant. Das Japan-Rennen war schon im Vorjahr wegen der Corona-Krise abgesagt worden. (dpa)

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Welter, Patrick
Patrick Welter
Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.
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