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Sport und das Coronavirus

Absagen in Italien – Fans in Japan dürfen nicht singen

Aktualisiert am 25.02.2020
 - 14:44
Das Giuseppe-Meazza-Stadion bleibt beim Spiel von Inter Mailand in der Europa League leer.
Das Coronavirus hat auch immer größere Auswirkungen auf den Sport. In Italien werden viele Veranstaltungen abgesagt. Der finanzielle Schaden ist auch groß. Und es stellt sich die Frage, ob Olympia stattfinden kann.

Die italienische Regierung hat wegen des Coronavirus die komplette Aussetzung von Sportveranstaltungen in fünf norditalienischen Regionen beschlossen. Die zunächst bis zum 1. März gültige Verordnung betrifft die Lombardei, Venetien, Emilia-Romagna, Friaul-Julisch Venetien und das Piemont. Die Verordnung bezieht sich nicht auf das norditalienische Aostatal. Dort stehen am Wochenende in La Thuile zwei Ski-Weltcuprennen der Damen im Super-G und in der Kombination auf dem Programm, die plangemäß erfolgen sollen.

Eine Ausnahmeregelung gibt es für einige Fußball-Begegnungen, die als „Geisterspiele“ ausgetragen werden. Sportminister Vincenzo Spadafora erklärte, dass es „für einige Events die Möglichkeit geben wird, sie hinter verschlossenen Türen“ auszutragen. Das betrifft Spiele der Serie A sowie das Europa-League-Spiel Inter Mailand gegen Ludogorez Rasgrad am Donnerstag, das im leeren San-Siro-Stadion stattfinden wird.

Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus drohen dem italienischen Fußball beträchtliche finanzielle Verluste. Die Krise sorgte bei den Aktien der drei an der Mailänder Börse notierten Fußballklubs für einen Absturz. So meldeten die Wertpapiere von Juventus Turin, Lazio Rom und AS Rom seit Montag schwere Kursverluste. Auch der Motorsport ist betroffen. Das Ferrari-Museum in Maranello ist geschlossen, während die Ferrari-Aktie an der Mailänder Börse schwere Kursverluste hinnehmen musste.

Der AC Mailand hat bereits mit der Rückerstattung der Eintrittskartenkosten für das Spiel gegen Genua begonnen, das am kommenden Sonntag unter Ausschluss der Öffentlichkeit gespielt wird. Das Milan-Museum ist außerdem seit Sonntag geschlossen. Auch Parma Calcio will den Zuschauern die Kosten für die ausfallende Begegnung gegen SPAL Ferrara zurückerstatten. Die circa 30.000 Zuschauer, darunter 300 bulgarische Fans, die bereits ein Ticket für das Europa-League-Spiel Inter Mailand gegen Ludogorez Rasgrad am Donnerstag im Giuseppe-Meazza-Stadion in der Tasche haben, sollen ihr Geld zurückerstattet bekommen.

Die italienische Regierung hatte per Dekret die Austragung von Geisterspielen gebilligt. Die Regierung kam damit einer Forderung des Präsidenten der Serie A, Paolo Dal Pino, nach. Er hatte am Montag in einem Brief an die Regierung gefordert, die Liga-Partien in den vom Coronavirus betroffenen Gebieten nicht zu verlegen. Dies sei nötig, um den Liga-Spielplan bis zum Beginn der Europameisterschaft im Juni einzuhalten, hieß es.

Die japanische Fußball-Liga entschied aus Sorge vor dem Coronavirus, alle bis Mitte März geplanten Spiele zu verschieben. Davon sind insgesamt 94 Begegnungen betroffen, wie die J-League am Dienstag (Ortszeit) in einem Statement bekannt gab. Zuvor hatte der Verband mitgeteilt, auch sieben an diesem Mittwoch geplante Spiele beim YBC Levain Cup, dem japanischem Ligapokal, zu verschieben. Da das Gesundheitsministerium trotz der Ausbreitung des Virus Sars-CoV-2 bislang Veranstaltungen im Freien erlaubt, hatten die erste und zweite Liga die neue Saison wie geplant am vergangenen Wochenende eröffnet.

Einzelne Klubs haben jedoch unabhängig vom Kurs der Regierung ihre eigenen Maßnahmen getroffen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. So werden Zuschauer gebeten, Masken zu tragen. Zudem werden Desinfektionsmittel in den Stadien bereitgestellt. Der frühere Klub von Lukas Podolski, Vissel Kobe, ging laut Kyodo sogar soweit, dass Zuschauer angehalten sind, im Stadium nicht zu singen. Unterdessen meldet Japan, das in 150 Tagen die Olympischen Spiele in Tokio ausrichten will, einen weiteren Anstieg der Infektionen mit dem neuen Coronavirus im Land auf 851. Davon entfallen allerdings 691 Fälle allein auf Passagiere und Crewmitglieder eines Kreuzfahrtschiffes.

Die Mannschafts-Weltmeisterschaft wurde derweil mindestens um drei Monate verschoben. Das gab der Weltverband ITTF am Dienstagfrüh bekannt. Eigentlich sollte das Turnier vom 22. bis 29. März in der südkoreanischen Hafenstadt Busan stattfinden. Doch Südkorea ist mittlerweile das nach China am stärksten von dem Sars-CoV-2-Virus betroffene Land. Vorläufig hat die ITTF für die Zeit vom 21. bis 28. Juni einen möglichen Nachfolge-Termin für die WM reserviert. Doch ob der Wettbewerb der besten 72 Frauen- und 72 Männer-Teams dann stattfinden kann, ist ebenfalls fraglich.

Auch dafür müsse der Weltverband in den kommenden Wochen erst die „unsichere und ständig wechselnde Situation“ in Südkorea genau beobachten, heißt es in der Erklärung. „Die Gesundheit und die Sicherheit von Spielern, Offiziellen und Fans haben oberste Priorität“. Aus diesem Grund verwarf die ITTF auch eine Idee des WM-Organisationskomitees in Südkorea, die Weltmeisterschaft ohne Zuschauer auszutragen. „Wir akzeptieren die Entscheidung der ITTF“, sagte Busans Bürgermeister Oh Keo Don.

Die deutschen Spieler um Timo Boll, Dimitrij Ovtcharov und Patrick Franziska hatten bereits seit Freitag Zeit, sich auf diese WM-Verschiebung einzustellen. An diesem Tag wurden die ersten Fälle des neuartigen Coronavirus in Busan bestätigt. „Das ist erst einmal eine gute Maßnahme der ITTV. Die Gesundheit steht über allem, man will sich keinen Risiken aussetzen. Von daher gibt es zu dieser Verschiebung keine Alternative“, sagte der deutsche Sportdirektor Richard Prause der Deutschen Presse-Agentur.

IOC-Mitglied Richard Pound schätzt, dass es noch ein dreimonatiges Zeitfenster für eine Entscheidung über eine Absage der Olympischen Spiele in Tokio wegen des Coronavirus gibt. „Es ist eine große, große, große Entscheidung, und man kann sie erst treffen, wenn man verlässliche Fakten hat, auf die man sich stützen kann“, sagte das dienstälteste Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees am Dienstag im Interview der amerikanischen Nachrichtenagentur AP. Was immer das IOC auch für einen Rat bekommen sollte, eine Veranstaltung von der Größe und dem Umfang der Olympischen Spiele „kann man nicht einfach so absagen oder verschieben“, erklärte der 77Jahre alte Kanadier. „Man kann nicht einfach sagen, wir machen es im Oktober.“ Dies würde die TV-Rechteinhaber vor große Probleme stellen und es würde mit den Terminkalendern von American Football, Basketball, Baseball oder des europäischen Fußballs kollidieren.

Pound hält ebenso einen Umzug der Tokio-Spiele (24. Juli bis 9. August) in eine andere Stadt für fast unmöglich. „Es ist schwierig, den Ort zu verlegen, da es nur wenige Städte auf der Welt gibt, die in dieser kurzen Zeit die Ausrichtung übernehmen könnten“, meinte er. Die Athleten ermunterte Pound, trotz der ernsten Lage weiter zu trainieren. „Soweit wir alle wissen, werden Sie in Tokio sein“, sagte er. „Alle Anzeichen deuten darauf hin, dass es wie gewohnt weitergehen wird. Konzentrieren Sie sich also weiterhin auf Ihren Sport.“ Bei den Spielen werden rund 11.000 Sportler erwartet, weitere 4400 sollen bei den Paralympics, die am 25. August eröffnet werden, an den Start gehen.

Quelle: tora./dpa/sid
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