Förderung von Athleten

Die Sportlotterie startet neu

Von Michael Ashelm
05.02.2016
, 11:52
Diskus-Olympiasieger Robert Harting will die Sportlerförderung verbessern.
Die Sportlotterie nimmt mit dem neuen Hauptgesellschafter Lotto Hessen einen neuen Anlauf. Von Februar an werden zehn Athleten mit 500 Euro monatlich gefördert. Darunter auch ein Paralympics-Sieger.

Die nach einem enttäuschenden Beginn umstrukturierte Deutsche Sportlotterie will in diesem Jahr die ersten regelmäßigen Fördergelder vielversprechenden Olympia-Athleten zukommen lassen. Zuständig für die Verteilung ist die Deutsche Sporthilfe, die zugleich zweitgrößter Gesellschafter der Sportlotterie ist (13,3 Prozent). Die Mehrheit hält nun aber die staatliche hessische Lotteriegesellschaft mit 77,3 Prozent (ursprünglich 8,3 Prozent), welche alle Anteile vom ehemaligen Hauptgesellschafter und Initiator der Sportlotterie, Gerald Wagener, übernahm.

Der Unternehmer aus Krefeld hatte im vergangenen Februar zusammen mit dem Diskus-Olympiasieger Robert Harting das Projekt gestartet, um die finanzielle Unterstützung von Spitzenathleten zu verbessern. Doch produzierte die Lotterie keine Gewinne, sondern Fehlbeträge in Höhe von mehreren Millionen Euro. Weitere Gesellschafter sind der Start-up-Investor Allegro (8,3 Prozent) und der frühere Box-Champion Henry Maske mit einem Prozent.

Nun werden von diesem Februar an erstmal zehn aussichtsreiche Athleten mit jeweils 500 Euro im Monat gefördert. Wie die Deutsche Sporthilfe bestätigte, sind dies Kira Walkenhorst (Beachvolleyball), Matyas Szabo (Fechten), Artem Harutyunyan (Boxen), Sebastian Brendel (Kanu), Markus Rehm (Weitsprung/paralympisch), Lucas Liß (Bahnrad), Helen Grobert (Mountainbike), Florian Kahllund (Bogenschießen), David Graf (Boxen) und Lydia Haase (Hockey). Durch die neuen Mittel der Lotterie kann die Sporthilfe somit zum Beispiel einem Athleten in der Nachwuchseliteförderung mit A-Kaderzugehörigkeit im Monat 1100 Euro zukommen lassen. Das war auch das ursprüngliche Ziel Hartings, vorgesehen allerdings für viel mehr Athleten. Doch der wirtschaftliche Misserfolg des Glücksspiels zum Start durchkreuzte diese Pläne.

Lotto Hessen soll die 69.000 Gesellschafteranteile Wageners für je einen Euro gekauft haben. Ob auch andere Kosten oder aufgelaufene Verbindlichkeiten bei dem Geschäft übernommen wurden, dazu wollte Lotto Hessen nichts mitteilen. Dem Vernehmen nach ist für dieses Jahr intern eine Umsatzprognose von 8,6 Millionen Euro getroffen worden, wenn das angepeilte Wachstum eintritt. Denn bisher ist die Sportlotterie auf den Online-Vertrieb und auf das Vertriebsnetz der Lottoannahmestellen in Hessen beschränkt.

„Im Moment ist die Sportlotterie ein zartes, aber wachsendes Pflänzchen. Unsere derzeitigen Gespräche laufen mit dem Ziel, im Laufe des Jahres eine deutliche Ausweitung der Vertriebsbasis herzustellen“, sagte Dorothee Hoffmann, Sprecherin von Lotto Hessen, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Es gibt bislang nur 30.000 registrierte Spieler. So geht es darum, dass sich weitere der 15 anderen staatlichen Lotteriegesellschaften der Sportlotterie anschließen. Doch fürchten manche von ihnen einen negativen Effekt auf das bestehende Angebot.

Die Verteilung der Einnahmen der Sportlotterie ist festgelegt: 31 Prozent werden als Gewinne an die Tipper ausgeschüttet, knapp 22 Prozent für Gebühren, Betriebskosten, Provisionen und Werbung einbehalten, knapp 17 Prozent sind Lotteriesteuer. Der Rest, also rund 30 Prozent, fließt zur Athletenförderung an die Sporthilfe.

Quelle: F.A.Z.
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