Treffen von Bundesligavereinen

Rummenigge kanzelt reformwillige Klubs ab

11.11.2020
, 15:20
Erstmals trifft sich im deutschen Profifußball die Interessengruppe der „G15“. Vier Bundesligaklubs werden nicht eingeladen. Rummenigge übt Kritik an ihnen – und spricht auch über den Machtkampf im DFB.

Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München, hat das Treffen von Vertretern von 14 Klubs der ersten Fußball-Bundesliga und des Hamburger SV zu einem Angriff auf jene Vereine genutzt, die in den vergangenen Wochen mit eigenständigen Ideen zur Verteilung der Gelder aus Übertragungsrechten von sich Reden gemacht hatten.

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„Wir haben ausdrücklich beschlossen, dass der Kompetenzbereich beim DFL-Präsidium liegt. Ich glaube, wir sind gut beraten, keine Impulspapiere durch die Republik zu schicken“, sagte Rummenigge nach dem sogenannten „G15“-Treffen in Frankfurt am Mittwoch mit Blick auf den FSV Mainz 05, VfB Stuttgart, Arminia Bielefeld, den FC Augsburg und zehn Zweitligaklubs. Vertreter dieser Klubs waren zum Treffen am Mittwoch nicht geladen.

Die Spitzenklubs der Liga sehen sich durch die in einem Positionspapier geäußerten Gedanken zur Umverteilung der Rechteeinnahmen offenbar herausgefordert. „Den Solidarpakt haben nicht wir gebrochen“, sagte Rummenigge am Mittwoch. „Die vier Bundesligisten und die zehn Zweitligisten haben uns den Fehdehandschuh hingeworfen. Aber in der Vergangenheit ist ja aus so manchem Saulus noch ein Paulus geworden.“

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist am 7. Dezember eine DFL-Mitgliederversammlung geplant, bei der über die Verteilung der 4,4 Milliarden Euro aus nationalen Medienerlösen bis zum Ende der Saison 2024/25 diskutiert werden soll. Die Entscheidung über die Verteilung trifft das neunköpfige DFL-Präsidium, in dem mit Jan-Christian Dreesen, dem Finanzvorstand des FC Bayern München, ein Vertreter der Profiklubs sitzt. Am Mittwoch sei das Thema kaum diskutiert worden – eine Veränderung „wollen wir nicht“, sagte Rummenigge.

Bei dem Treffen am Flughafen ging es auch um die Krise beim Deutschen Fußball-Bund. Ausdrückliche Unterstützung erfuhr DFB-Präsident Fritz Keller. „Wir haben großes Interesse daran, dass der DFB als Dachverband wieder in ruhiges Fahrwasser kommt“, sagte Rummenigge. „Fritz Keller hat unser Vertrauen. Wir sind dazu bereit, ihn positiv zu begleiten.“

Die Suche nach einem Nachfolger für den Ende Juni 2022 ausscheidenden DFL-Geschäftsführer Christian Seifert wolle man Rummenigges Angaben zufolge dem DFL-Aufsichtsrat überlassen und diesen „bei der Findung und der Strukturfrage unterstützen“. Man habe ausdrücklich „keinen Mister Superman“ empfohlen.

Quelle: F.A.Z.
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