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FAZ plus ArtikelTürkische Sportler in Amerika

Entweder Jasager – oder Verräter

Von Jürgen Kalwa, New York
 - 14:11
Drangsaliert von der Türkei: Enes Kanter kann nicht unbesorgt seinem Sport nachgehen.

Er mag der derzeit bekannteste Basketballspieler seines Landes sein. Aber der Ruhm ist längst zu einer Last geworden. Anfang des Jahres etwa, als Enes Kanter mit seinem damaligen Klub nach Großbritannien fliegen sollte, zog er es vor, zu Hause zu bleiben. Sicher ist sicher. Denn in seiner Heimat wurde ein Haftbefehl gegen ihn ausgestellt. Einen gültigen türkischen Pass hat er schon länger nicht mehr. Alles nur, weil er mit seinen Ansichten über den Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nicht hinter dem Berg hält. Ihn nannte er den „Hitler unseres Jahrhunderts“. Aus seinen Sympathien für seinen im amerikanischen Exil lebenden Landsmann und Prediger Fethullah Gülen macht er keinen Hehl. Wie weit der Arm des Autokraten aus Ankara reicht, konnte der 27-Jährige vor ein paar Monaten erleben. Da wurde der 2,11 Meter große Center, der seit sieben Jahren von NBA-Klub zu NBA-Klub vagabundiert, von einer Veranstaltung des Islamic Center of Long Island ausgeladen, wo er interessierten Kindern im Alter zwischen sieben und vierzehn Jahren kostenlosen Unterricht in seiner Sportart geben sollte.

Kanter, der vor Saisonbeginn einen Vertrag bei den Boston Celtics unterschrieben hatte, war bis dahin zu mehr als dreißig solcher Veranstaltungen durch die Vereinigten Staaten getingelt und hatte nirgendwo Probleme erlebt. Doch diesmal mischte sich das türkische Generalkonsulat in New York ein. Von dort aus wurde, sagt Kanter, die muslimische Einrichtung unter Druck gesetzt, wurden „Schläger losgeschickt und Menschen in der Türkei aufgefordert, die Moschee mit Drohanrufen einzudecken“. Er sei am meisten von der Organisation enttäuscht, weil sie nicht die Polizei eingeschaltet, sondern „stattdessen diesem Diktator und seinem Regime nachgegeben“ habe.

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Quelle: F.A.S.
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