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FAZ plus ArtikelTaekwondoka Kimia Alisadeh

Kämpfen gegen das Regime in Iran

Von Christoph Becker
Aktualisiert am 20.02.2020
 - 15:01
Kimia Alisadeh bei ihrem Bronzemedaillenkampf gegen die Schwedin Nikita Glasnovic in Rio 2016.
In Rio gewann Kimia Alisadeh im Taekwondo als erste Iranerin eine Medaille bei Olympia. Die politische Führung in ihrer Heimat machte sie zum Symbol. Nun ist sie geflohen – und in Deutschland gelandet.

Normalerweise läuft es in den Heldenstorys des Sport so: ganz klein anfangen, auf dem Dorf, in der Stadt, egal. Du bist an Orten, die austauschbar waren. In Turnhallen, deren Namen du nie wusstest. Dich kennt ja auch keiner, aber irgendeinen Grund gab es, aus dem du bei der Sache bleibst. Einen Grund und die Tatsache, dass du Talent hast. Und Ausdauer. Nach und nach werden die Orte größer, die Namen bekannter. Die der Gegner. Auch dein eigener. Und irgendwann stehst du in einer Turnhalle, die extra gebaut wurde, weil du da bist. Irgendwann, so funktionieren diese Storys, bist du bei Olympia. Gewinnst. Hymne, Medaille, draufbeißen, Interview, Abspann: Heldengeschichtenskript.

So hat die Geschichte von Kimia Alisadeh auch funktioniert. Mit 18 Jahren steht sie in Rio de Janeiro, Olympische Spiele 2016, und gewinnt im Taekwondo. Bronze, nicht Gold. Aber eine Medaille bei Olympischen Spielen für eine Iranerin? Gab es noch nie. Eine Medaille! Für eine Iranerin! Kimia Alisadeh beißt sogar drauf, Flagge um die Schulter. Dann entschuldigt sie sich, dass es nicht Gold geworden ist. Widmet die Medaille allen Iranerinnen. Sagt, sie hoffe, dass da noch viele kommen – sie spricht sehr leise, aber wer da hinhört, kann ahnen, dass Kimia Alisadeh kein Mensch ist, der im Sport kämpft und ansonsten schweigt.

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Quelle: F.A.Z. Woche
Autorenporträt / Becker, Christoph
Christoph Becker
Sportredakteur.
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