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Tour der France

Teuns gewinnt erste Bergetappe – Ciccone holt Gelb

Von Alex Westhoff, Champagney
 - 18:48
Etappensieger Dylan Teuns auf dem letzten Anstieg vor der Ziellinie bei der sechsten Etappe der Tour de France.

Erwartet wurde der erste große Formcheck, die erste Bestandsaufnahme für die Favoriten in La Planche des Belles Filles auf 1140 Meter Höhe. Zwar ergab sich beim Sieg des Belgiers Dylan Teuns (Bahrein-Merida) ein Wechsel an der Spitze der Gesamtwertung, doch eine komplett neue Hierarchie im Klassement wollte sich nach der ersten Bergetappe der Tour de France nicht einstellen.

Nach langer Fahrt in der Fluchtgruppe verlor Giulio Ciccone (Trek-Segafredo) den Zweikampf um den Tagessieg, gewann aber das Gelbe Trikot. „Mir ging es im Rennen um den Etappensieg. Ich bin eigentlich hier, um Erfahrungen zu sammeln – und jetzt trage ich das Gelbe Trikot. Das ist unglaublich“, sagte der italienische Tour-Debütant und Überraschungsführende.

Beim Giro d’Italia hatte der aufstrebende Ciccone schon neben einem Tagessieg den Titel des Bergkönigs erreicht. Sechs Sekunden fehlten Julian Alaphilippe (Deceuninck-Quickstep) letztlich, um seine Spitzenposition samt Maillot Jaune zu behaupten. In einem spannenden Schlagabtausch auf dem finalen Anstieg attackierte der Franzose aus der Gruppe mit den Favoriten heraus noch mal – doch vergeblich. Gut schlug sich Emanuel Buchmann, der einzige Deutsche im Peloton mit Ambitionen in der Gesamtwertung.

Das Leichtgewicht vom Team Bora-hansgrohe erreichte als Achter das Ziel und rückte mit nunmehr 1:22 Minuten Rückstand auf Ciccone auf Rang zwölf vor. Einen Fingerzeig gab das aufregende Finale in den Vogesen in La Planche des Belles Filles auch auf die künftige Rollenverteilung in der deutschen Equipe. Denn Buchmanns österreichischer Teamkollege Patrik Konrad, mit dem er als Doppelspitze in die Rundfahrt gegangen ist, büßte genau eine Minute auf Buchmann ein.

Auch in der in den vergangenen Jahren die Tour dominierenden Equipe Ineos sind zwei gleichberechtigte Kapitäne vertreten. Im teaminternen Wettstreit zwischen dem kolumbianischen Shootingstar Egan Bernal und Geraint Thomas setzte der walisische Vorjahressieger eine erste Duftmarke. Er beendete das in Mühlhausen gestartete sechste Teilstück in den Vogesen auf Rang vier als Anführer der Favoritengruppe. In der früh im Rennen formierten Fluchtgruppe waren zunächst drei deutsche Profis vertreten. Nils Politt, Nikias Arndt, André Greipel hatten mit ihren Kollegen mitunter acht Minuten Vorsprung vor dem Hauptfeld.

Vor dem letzten, superschweren Anstieg war die Gruppe bei kühlem, bisweilen regnerischem Wetter in den Vogesen aber längst zerfallen – und das deutsche Trio spielte am Schluss keine Rolle mehr. Die Kletterpartie hinauf nach La Planche des Belles Filles wies am Gipfel eine imposante 24-prozentige Steigung auf – und sorgte für den ersten großen Kampf dieser Tour de France.

Quelle: shüs./sid/dpa
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