<iframe src="https://www.googletagmanager.com/ns.html?id=GTM-WBPR4W&gtm_auth=3wMU78FaVR9TNKtaXLbV8Q&gtm_preview=env-23&gtm_cookies_win=x" height="0" width="0" style="display:none;visibility:hidden"></iframe>
Biathlon-Weltcup

Ein Sturz zu viel, ein Treffer zu wenig

 - 12:16

Johannes Kühn benötigte dann doch einen Augenblick, um seinen famosen Coup zu begreifen. „Null Fehler und ein zweiter Platz“, meinte der 27-Jährige nach kurzem Zögern, „das ist natürlich super für mich“. Dass der Bayer beim Biathlon-Weltcup in Pokljuka den Sieg um 4,2 Sekunden verpasst hatte, störte ihn letztlich überhaupt nicht: „Ich bin trotzdem superhappy.“ Kühn, der im Weltcup zuvor nur einmal mit einem fünften Platz auf sich aufmerksam gemacht hatte, besaß auch allen Grund zur Freude. Ausgerechnet im schießlastigen Einzel über 20 km räumte der vermeintlich schwache Schütze alle Scheiben ab und bestätigte damit die gute Form, die ihm bereits im Sommer den Sprint-Titel bei den Deutschen Meisterschaften eingebracht hatte.

„Ich habe viel daran gearbeitet. Es ist schön, dass es im ersten Rennen gleich super funktioniert hat, und ich hoffe, dass es nun immer so bleibt“, sagte Kühn, der nun schon das Ticket für die WM in Östersund in der Tasche hat.

Und wenn er tatsächlich konstant gute Schießleistungen bringt, könnten mit etwas Glück in Zukunft auch die ganz Großen im Biathlon bezwungen werden. Der französische Star Martin Fourcade beispielsweise, der Kühn kurz vor Schluss noch den Erfolg wegschnappte. Dritter wurde der Österreicher Simon Eder (+19,7 Sekunden). Der in der Vorbereitung durch eine Schulter-Operation gehandicapte Simon Schempp wurde starker Fünfter (+ 38,6 Sekunden). Weil er den letzten Schuss daneben setzte, verpasste der 30-Jährige einen möglichen Sieg. „Ich ärgere mich schon. Aber Hut ab vor der Leistung von Johannes“, sagte Schempp.

Kühn hatte zuvor bei perfekten Bedingungen ein „wirklich großartiges und verdammt gutes Rennen“ gezeigt, wie Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner lobte. Rundum perfekt war es allerdings nicht, denn nach dem ersten Schießen fädelte der Deutsche bei einem Rivalen mit den Skiern ein und rutschte aus. Dadurch verlor er möglicherweise die wenigen Sekunden, die ihn später den Sieg kosteten.

Als Fourcade noch in der Aufwärmzone war, kollidierte Kühn nach dem ersten Schießen beim Loslaufen mit dem Norweger Vetle Christiansen und verlor bei einem Sturz wertvolle Sekunden. „Das hat mich dann erstmal genervt“, sagte Kühn, der dank einer „guten Renneinteilung“ aber dennoch eine Zeit lief, die für fast alle unerreichbar blieb. „Es war ein Unfall. Er hat sich entschuldigt. Alles ok“, sagte Kühn. Glückwünsche von daheim konnte er erst verspätet entgegennehmen: er hatte sein Handy vergessen.

Einzig Simon Schempp schaffte es als Fünfter noch unter die besten 20. Für Arnd Peiffer war sein 52. Platz aber ohnehin zweitrangig – der Sprint-Olympiasieger wurde vor einigen Tagen nämlich erstmals Vater. „Das ist das Wichtigste. Ich musste mich ganz schön losreißen“, sagte er. Bei den Frauen durfte Franziska Preuß lange auf den ersten Erfolg ihrer Karriere hoffen. Nach 19 Treffern verfehlte die 24-Jährige, die auf Siegkurs lag, aber mit dem letzten Schuss das Ziel – 59,1 Sekunden hinter der siegreichen Julija Dschyma (Ukraine) landete Preuß daher auf dem zehnten Rang.

Quelle: dpa/sid
  Zur Startseite