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Biathlon-Single-Mixed-Staffel

Premiere ohne Happy End

Von Claus Dieterle, Östersund
 - 18:05

Erik Lesser wollte ihn unbedingt haben, diesen ersten WM-Titel im Biathlon-auf-Schalke-Format. Hat ja eine historische Dimension, als erstes Pärchen die Single-Mixed-Staffel zu gewinnen. Aber als der 30 Jahre alte Thüringer am Donnerstagabend in der Arena von Östersund seinen finalen Part anging, hatte er nicht einmal mehr die Bronzemedaille in Reichweite.

Dazu war die zeitliche Bürde, die ihm seine Partnerin Denise Herrmann mit ins Finale gegeben hatte, zu groß. 14,5 Sekunden Rückstand waren zu viel, zumal vor ihm kein Geringerer als der Norweger Johannes Thingnes Bö mächtig aufs Tempo drückte. Da halfen Lesser auch seine vier makellosen Serien am Schießstand nicht. Am Ende musste das deutsche Duo drei anderen den Vortritt lassen: Bö holte mit seiner Partnerin Marte Olsbu Roeiseland seinen dritten Titel bei dieser WM, vor der italienischen Kombination Dorothea Wierer und Lukas Hofer, und die schwedischen Zuschauer feierten die Bronzemedaille von Hanna Öberg und Sebastian Samuelsson.

Denise Herrmann, die Weltmeisterin in der Verfolgung, machte bei ihrer persönlichen Single-Mixed-Premiere eine neue Erfahrung. „Die hauen da neben dir die Schüsse raus, dass es nur so knallt. Da ist man mit der kurzen Runde schon mehr unter Stress. Ich habe von Anfang an mein Heil in der Flucht gesucht, und ich habe dann vielleicht zwei Nachlader zu viel gebraucht.“ Insgesamt waren es bei den vier Schießeinlagen sechs. „Hätte ich beim letzten Schießen besser getroffen, wäre die Lücke auf Platz drei nicht so groß gewesen. Da hätte der Erik, der ein Superrennen gemacht hat, noch eine realistische Chance gehabt.“

Aber dass die insgesamt neun Runden à 1,5 Kilometer Strecke, mit vier Schießeinlagen pro Geschlecht, eine Menge Kurzweil und Spannung garantieren, weil der beständige Wechsel fast bis zum Schluss alles offenlässt, fand auch die Oberwiesenthalerin: „Es hat einen Riesenspaß gemacht, auch wenn es nicht so ganz mein Ding ist.“

Aber das Formt kam auch beim Publikum gut an. Es waren deutlich mehr Zuschauer auf den Tribünen als in den beiden Tagen zuvor, als der Einzelwettkampf auf dem WM-Plan stand, und auch die Stimmung war eindeutig besser. Der neue WM-Wettbewerb, seit 2015 im Weltcup-Programm, wenn auch nur zweimal pro Saison, wird auch von den Top-Nationen ernst genommen. Das sah auch Lesser so: „Jedes Team, bis vielleicht auf die Russen, hat heute voll aufmunitioniert. Alle sind mit ihrer besten Kombination angetreten. Da Vierter zu werden ist okay.“ Sein ganz persönliches Resümee fiel auch eher positiv aus. „Vor allem im Stehendanschlag hat es gepasst, läuferisch war es ganz ordentlich. Und da kann ich in der Staffel am Samstag voller Selbstvertrauen am Start sein.“

Und natürlich gab der Thüringer auch seine Einschätzung zum jüngsten WM-Spross der Biathlon-Familie zum Besten. Das einzige Haar in der Suppe: Insgesamt sieben Wettkämpfe in elf Tagen seien einer zu viel. „Aber die Nationen haben heute mit ihrer Aufstellung gezeigt, dass sie den Wettbewerb wollen.“ Lesser jedenfalls war sehr angetan: „Ein toller Wettkampf, der in Kürze alles hat, was Biathlon zu bieten hat. “

Quelle: FAZ.NET
Claus Dieterle
Sportredakteur.
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