Neuer Eisschnelllauf-Präsident

Große und das Geld

30.01.2020
, 17:39
Prominentester Kandidat für das Präsidentenamt in der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft ist Pechsteins Freund Große, der aber nicht nur bei Athletensprecher Geisreiter auf Widerstand stößt.

Bei der sportlich und finanziell angeschlagenen Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) deutet sich die Wahl des umstrittenen Kandidaten Matthias Große zum neuen Präsidenten an. Nach einem Gespräch mit DESG-Vizepräsident Uwe Rietzke und Schatzmeister Dieter Wallisch mit dem Lebensgefährten der fünfmaligen Olympiasiegerin Claudia Pechstein will die DESG ihre Mitglieder zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung einladen. Ein Termin ist noch nicht fixiert.

Rietzke und Wallisch berichteten über eine „konstruktive und DESG-zukunftsorientierte“ Unterredung, bei der Große auch Möglichkeiten zur kurzfristigen Akquise von Sponsoren und Förderern aufgezeigt habe – mit dem Ziel einer nachhaltig langfristigen Liquidität für der Verband, hieß es. Die DESG will „ihre Mitglieder nun in einer zeitnahen außerordentlichen Mitgliederversammlung über die Besetzung der offenen Präsidiumsstellen entscheiden lassen“, hieß es weiter. „Das Präsidium kann dann auch mit einer klaren Legitimation seine Arbeit fortführen.“

Die DESG plagen massive Finanzprobleme, sie steht damit unter Zeitdruck. Das Gremium „DESG gemeinsam retten“ hatte Mitte Januar mitgeteilt, „dass allein aus dem Gremium heraus keine ausreichenden Lösungen gefunden werden können.“ Laut Rietzke könnte die Lage bis „Mitte des Jahres“ kritischer werden, er behauptete aber auch: „Die DESG kommt bislang allen Zahlungsverpflichtungen nach.“

Nach dem unerwarteten Rücktritt der bisherigen Präsidentin Stefanie Teeuwen im vergangenen November herrscht in der DESG ein Machtvakuum an der Spitze. Prominentester Kandidat für ihre Nachfolge ist bislang Große, der aber nicht nur bei Athletensprecher Moritz Geisreiter auf Widerstand stößt. „Ich halte Matthias Große noch immer nicht für einen geeigneten DESG-Präsidenten.“ Er sieht wegen der Nähe zu Claudia Pechstein die Gefahr eines Interessenkonflikts.

Quelle: sid
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