Eisschnelllauf-WM

Pechstein verpasst Finallauf

01.03.2020
, 15:14
Im Sprint war sie die langsamste im Feld. Doch auch über die Mittelstrecken fuhr Claudia Pechstein hinterher. Zu ihrer Spezialdisziplin darf sie bei der Mehrkampf-WM gar nicht mehr antreten.

Eisschnellläuferin Claudia Pechstein hat nach dem Wirbel um die scharfe Attacke von Bundestrainer Erik Bouwman nur eine mäßige Allround-WM in Hamar/Norwegen gezeigt. Nach Läufen über 500 Meter, bei dem sie in 41,06 Sekunden den letzten Platz belegte, 3000 Meter (4:09,66 Minuten/17. Platz) und 1500 Meter (1:59,14/17.) belegte die fünfmalige Olympiasiegerin in der Gesamtwertung nur den 19. Rang. Das Finale der besten Acht über ihre Spezialstrecke 5000 Meter verpasste sie deutlich. Pechstein lag als beste Deutsche immerhin noch vor Roxanne Dufter (Inzell), die nach drei Rennen nicht über den 21. Rang unter 24 Teilnehmern hinauskam.

Vor dem Finale führt die Niederländerin Ireen Wüst. Der niederländische Bundestrainer Bouwman hatte Pechstein am Donnerstag in einem Offenen Brief scharf angegriffen, und ihr vorgeworfen, „eine Maske mit einer boshaften doppelten Agenda“ zu tragen.

Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) wählt am 28. März in Erfurt einen Nachfolger für die zurückgetretene Präsidentin Stefanie Teeuwen. Ein Kandidat ist Pechsteins Lebensgefährte Matthias Große. Für Bouwman ist das „der größte Witz, den ich je im Spitzensport erlebt habe.“ Pechstein bedankte sich sarkastisch bei dem Bundestrainer für den „Motivationsschub für Hamar“.

Bei der parallel ausgetragenen Sprint-WM hatte Joel Dufter (Inzell) einen Achtungserfolg erzielt, die Medaillenränge aber letztlich klar verpasst. Der 24-Jährige belegte nach je zwei Läufen über 500 und 1000 Meter den achten Rang der Gesamtwertung.

Dufter hatte am Freitag im ersten 1000-Meter-Rennen in 1:08,65 Minuten die zweitbeste Zeit erzielt. Am Samstag bestätigte er diese Leistung in 1:09,44 nicht ganz. Eine Top-10-Platzierung erreichte auch Nico Ihle (Chemnitz) als Zehnter. Der Münchner Hendrik Dombek beendete den Vierkampf auf Rang 19.

Gold sicherte sich der Japaner Tatsuya Shinhama. Das russische Trio um Einzelstrecken-Weltmeister Pawel Kulischnikow trat am Samstag überraschend nicht mehr an.

Bei den Frauen siegte Shinhamas Teamkollegin Miho Takagi. Katja Franzen aus Inzell kam nicht über den 23. Rang hinaus.

Quelle: ad./sid/dpa
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