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Paralympics in Pyeongchang

„Langsam wird es Übergepäck“

 - 08:48

Nach der dritten Medaille in Südkorea dachte Andrea Eskau schon an das Einchecken beim Rückflug. „So langsam muss ich aufpassen, dass ich kein Übergepäck habe“, sagte die 46-Jährige nach ihrem Silber-Sprint im Langlauf lachend. „Wobei, es gibt Schlimmeres. Zur Not würde ich auch noch drei weitere unterkriegen.“ Einmal Gold und zweimal Silber hat die nordische Athletin nach vier Rennen schon gewonnen. Starts über fünf Kilometer im Langlauf, 12,5 Kilometer im Biathlon und mit der Staffel folgen noch. Wie stark sie ist, zeigte Eskau am Mittwoch, als sie im eigentlich als Massenstart ausgelegten Finale über 1,1 Kilometer aufgrund ihres höheren Behinderungs-Faktors 13 Sekunden vor der Konkurrenz startete. Sie wurde früh eingefangen, ließ außer der Amerikanerin Oksana Masters aber keine Rivalin mehr passieren.

„Davor kann man nur den Hut ziehen“, sagte Chef de Mission Karl Quade als begeisterter Zuschauer am Alpensia Centre, wo Laura Dahlmeier bei Olympia zweimal zu Gold gelaufen war: „Sie ist die einzige Elferin im Feld von Zwölfern. In allen anderen Klassen haben die leichter Behinderten alle Medaillen gewonnen. Aber das ist eben Andrea Eskau. Sie ist eine Kämpferin und kann unheimlich beißen.“ Am Ende überlegte die Magdeburgerin gar, „ob es nicht noch mehr hätte sein können. Aber lassen wir das. Ich bin zufrieden.“ Zu verlieren hat die mit Abstand älteste Athletin im Feld, die auch im Sommer mit dem Handbike schon Gold gewann, nichts mehr. „Das hatte ich aber auch schon vorher nicht“, sagte sie: „Doch im Langlauf rechne ich mir noch was aus. Da können die anderen ihre Schnelligkeit nicht so ausspielen. Denn da kommt der Berg öfter. Und dann kommt der Tiger ins Spiel.“

„Tiger“, so lautet ihr Spitzname. „Dafür gibt es auch einen speziellen Anlass“, sagte sie: „Aber den werde ich nie verraten.“ Insgesamt hat Eskau, die im Sommer mit dem Handbike startet, bei sechs Paralympics nun zwölf Medaillen geholt, davon sieben goldene. Als zweiter Deutscher stand am Mittwoch Alexander Ehler (Kirchzarten) in den Finals, er wurde Fünfter. Anja Wicker (Stuttgart) und Nico Messinger (Freiburg) schieden jeweils im Halbfinale aus.

Andrea Rothfuss gewann in Pyeongchang sogar schon ihre vierte Silbermedaille. Die 28-Jährige musste sich im Riesenslalom nur ihrer Dauer-Rivalin aus Frankreich, Marie Bochet, geschlagen geben. Mit ihrer Zeit von 2:25,18 Minuten fehlten Rothfuss (VSG Mitteltal) nach zwei Durchgängen 2,26 Sekunden zu Gold. Die Schwäbin hatte in der stehenden Kategorie in Südkorea bereits in der Abfahrt, im Super-G und in der Super-Kombination zweite Plätze belegt. Anna-Maria Rieder, die ihre Paralympics-Premiere feierte, belegte Rang sechs. Die 18-Jährige fuhr mit einer Zeit von 2:31,29 Minuten über die Ziellinie.

Monoskifahrer Georg Kreiter hat sich unterdessen bei einem Sturz einen Schlüsselbeinbruch zugezogen. Der 33-Jährige wurde nach dem Sturz im ersten Lauf des Riesenslaloms am Mittwoch zunächst auf der Strecke behandelt, anschließend in ein 50 Kilometer entferntes Krankenhaus gebracht und dort noch am Mittwoch operiert. „Stand jetzt soll er zusammen mit der Mannschaft am Montag zurückfliegen“, erklärte Chef de Mission Karl Quade. Teamkollege Thomas Nolte stürzte ebenfalls, blieb jedoch unverletzt. Die Siegesserie der deutschen Monoskifahrerinnen ist derweil zu Ende. Im Riesenslalom blieben Anna Schaffelhuber und Anna-Lena Forster sogar ohne Medaille. Schaffelhuber belegte in 2:30,97 Minuten nur Rang fünf. Teamkollegin Anna-Lena Forster wurde beim Sieg der Japanerin Momoka Muraoka mit einer Zeit von 2:31,77 Sechste. Bei den bisherigen drei Rennen hatte in Südkorea immer eine Deutsche Gold gewonnen. Die 25-jährige Schaffelhuber siegte in der Abfahrt und im Super-G, die drei Jahre jüngere Forster war in der Super-Kombination die Schnellste.

Den deutschen Rollstuhl-Curlern droht nach vier Niederlagen in Serie das Aus in der Vorrunde. Nachdem die Mannschaft um Skip Christiane Putzich bereits mit 3:8 gegen Großbritannien verloren hatte, gab es gegen die Schweiz eine 4:9-Niederlage. „Die Medaillen sind weg, ganz klar“, sagte Wolf Meißner aus dem deutschen Team. Nach einem starken Auftakt mit überraschenden Siegen gegen die Neutralen Paralympischen Athleten aus Russland und Gastgeber Südkorea hat das Team von Bundestrainer Bernd Weißer nun eine Bilanz von 4:5 und hat bei zwei noch ausstehenden Spielen gegen Kanada und Finnland nur noch sehr geringe Chancen auf das Weiterkommen. Nur die besten vier Teams erreichen das Halbfinale. „Es ist schade, dass die Mannschaft nach dem tollen Start und dem Hype darum so abgerutscht ist“, sagte Quade: „Oft hat es nur an einzelnen Steinen gelegen. Unabhängig davon hat sich die Mannschaft aber als Team gut präsentiert und guten Sport gezeigt.“

Quelle: tora./dpa
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