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Skifahrer Stefan Luitz

Das böse Ende einer schlimmen Woche

 - 16:48

Nach dem Verlust seines ersten Weltcup-Sieges am Grünen Tisch hat Stefan Luitz auf der Skipiste die nächsten schweren Rückschläge kassiert. Beim Riesenslalom von Adelboden schied der 26 Jahre alte Rennfahrer am Samstag im Finale aus und kugelte sich dabei die linke Schulter aus. Während Marcel Hirscher aus Österreich im Ziel einen souveränen Sieg feierte, flog der Allgäuer für weitere Untersuchungen mit dem Hubschrauber in ein Krankenhaus. „Ich dachte immer, es geht nicht mehr schlechter. Aber es gibt jedes Mal doch noch eine Steigerung“, sagte Alpindirektor Wolfgang Maier zum anhaltenden Verletzungspech seiner Mannschaft. Luitz sei die Schulter unter Narkose wieder eingerenkt worden, weitere Untersuchungen in der Schweiz und nach Luitz’ Rückkehr in München sollen Aufschluss über etwaige weitere Blessuren geben. Erst dann wird klarer, ob und wie lange Luitz ausfällt.

Für Luitz hätte eine unglückliche Woche damit kaum schlimmer enden können. Nachdem ihm am Donnerstag sein Sieg von Beaver Creek aus dem Dezember aberkannt worden war und auch ein Antrag beim Sportgericht Cas erfolglos blieb, sorgte er im ersten Lauf am Chuenisbärgli mit Platz vier für Aufsehen. Die Hoffnungen auf ein aufmunterndes Erfolgserlebnis aber zerschlugen sich im Finale schon nach fünf Toren, als Luitz wegrutschte und sich nicht im Kurs halten konnte.

Weil er der einzige Deutsche im Finale war, blieb das DSV-Team wie schon 2018 in Adelboden ohne Punkte. Alpin-Direktor Wolfgang Maier sah man am Streckenrand wild fluchen, als Luitz ausgeschieden war. Ob beim Malheur des besten deutsche Riesenslalom-Fahrers auch Bänder in der Schulter in Mitleidenschaft gezogen wurden, war zunächst unklar.

Grund zum Feiern hatte Hirscher, dem nach der Disqualifikation von Luitz wegen einer unerlaubten Sauerstoff-Inhalation in dieser Woche schon ein Weltcup-Sieg zugeflogen kam - mit dem 66. Erfolg setzte er nun sportlich noch einen obendrauf. Er gewann vor dem im ersten Lauf noch führenden Norweger Henrik Kristoffersen (+0,71 Sekunden) und Thomas Fanara aus Frankreich (+1,04). Am Sonntag kann Hirscher im Slalom im Berner Oberland wieder feiern. Dann startet aus dem DSV-Team auch Routinier Felix Neureuther, der nach einer langen Verletzung auf den Riesentorlauf verzichtet hatte.

Die österreichische Skirennfahrerin Anna Veith hat sich derweil wieder einen Kreuzbandriss im rechten Knie zugezogen und muss die alpine WM-Saison damit vorzeitig beenden. Die dreimalige Olympia-Medaillengewinnerin und dreimalige Weltmeisterin erlitt die schwere Verletzung beim Training in Pozza di Fassa in den Dolomiten, wie der Österreichische Skiverband (ÖSV) am Samstag mitteilte. Die 29-Jährige sei nicht gestürzt, habe aber einen Schlag abbekommen und das Training dann beendet. Bei einer Untersuchung in einer Klinik in der Nähe von Innsbruck wurde ein Riss des vorderen Kreuzbandes diagnostiziert. Veith sollte noch am Samstag operiert werden.

Für die Österreicherin ist dies die zweite schwere Blessur im rechten Knie, nachdem sie sich im Herbst 2015 das Kreuz- und Innenband sowie die Patellasehne in dem Gelenk gerissen hatte. Die Tirolerin ist die erfolgreichste Rennfahrerin des ÖSV der vergangenen Jahre: Unter ihrem Mädchennamen Fenninger gewann sie dreimal Gold und zwei weitere Einzelmedaillen bei Weltmeisterschaften, dazu kamen ein Olympiasieg und eine Silbermedaille 2014 in Sotschi. Vor knapp einem Jahr fuhr sie zudem zu Super-G-Silber bei den Winterspielen in Pyeongchang. Sie gewann 15 Weltcup-Rennen und zweimal die Weltcup-Gesamtwertung.

Das ÖSV-Damen-Team erlebt den nächsten Rückschlag nach dem Kreuzbandriss von Stephanie Brunner, den die 24-Jährige nur einen Tag zuvor ebenfalls im Training in Pozza die Fassa erlitten hatte.

Quelle: dpa
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