Snowboard-WM

Selina Jörg nutzt die Lücke

01.03.2021
, 15:36
Die kurzfristige Absage von Esther Ledecka macht den Weg frei für Selina Jörg. Die deutsche Snowboarderin gewinnt WM-Gold im Parallel-Riesenslalom. Ihre Teamkollegen müssen Enttäuschungen verkraften.

Selina Jörg ließ sich fassungslos in den Schnee fallen und schüttelte als nun zweimalige Weltmeisterin immer wieder den Kopf. Die deutsche Snowboarderin raste beim Saisonhöhepunkt in Rogla in Slowenien zu WM-Gold im Parallel-Riesenslalom und verteidigte damit ihren Titel von 2019 erfolgreich. „Ich bin sprachlos“, sagte die 33-Jährige am Montag nach dem Finalsieg über die Russin Sofia Nadirschina. „Das ist unglaublich. Ich bin so happy und kann nicht glauben, was hier passiert ist.“ Bei strahlendem Sonnenschein hatte die erfahrene Sportlerin im Finale einen deutlichen Rückstand noch aufgeholt. Bronze ging an die Österreicherin Julia Dujmovits.

„Zwei bis drei Medaillen“ hatte der deutsche Sportdirektor Andreas Scheid als Ziel ausgegeben für die Titelkämpfe in Slowenien. Und möglich gewesen wäre die Ausbeute schon im ersten Frauen-Event. Dann aber schied Topfavoritin und Quali-Siegerin Ramona Hofmeister (Bischofswiesen) im Viertelfinale knapp gegen Dujmovits aus und auch Cheyenne Loch (Schliersee) als Zweitschnellste der Qualifikation kam gegen Claudia Riegler (Österreich) um 0,02 Sekunden nicht weiter.

Ester Ledecka muss passen

Die größte Rivalin der deutschen Boarderinnen hatte sich schon am Morgen selbst aus dem Rennen genommen: Olympiasiegerin Ester Ledecka verzichtete auf einen Start, weil sie angeschlagen war. Sie könne sich noch nicht mal aufwärmen, teilte die 25-Jährige mit. „Das hat darüber entschieden, dass ich beim Start nichts zu suchen habe“, erläuterte die zweimalige Weltmeisterin über die sozialen Netzwerke. Sie werde nun daran arbeiten, dass sie am Weltcup-Finale der alpinen Ski-Asse in Lenzerheide in zwei Wochen teilnehmen kann, sagte sie.

Ledecka ist trotz ihrer Doppelbelastung auf Skiern und auf dem Snowboard eine der besten Sportlerinnen der Welt: bei ihrem bislang einzigen Start im Snowboard-Weltcup in diesem Winter gewann sie prompt. Auch bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang hatte sie sich vor Jörg und Hofmeister durchgesetzt.

Anders als die deutschen Frauen erlebten die Männer indes am ersten von zwei Renntagen in Rogla eine herbe Enttäuschung. Stefan Baumeister (Aising-Pang), der 2019 noch zweimal WM-Bronze geholt hatte, schied in der Quali ebenso aus wie Elias Huber (Schellenberg), Ole Mikkel Prantl (Königssee) und Yannik Angenend (Lengdorf). Die Goldmedaille sicherte sich Dimitri Loginow aus dem russischen Team. Am Dienstag steht in Rogla dann der Parallel-Slalom an.

Quelle: dpa
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