Biathlon-Finale in Russland

Lesser kritisiert und trifft und kritisiert

22.03.2018
, 17:02
Erik Lesser: „Dass ich so krachen gehe, hätte ich nicht erhofft.“
Die deutschen Biathleten kritisieren die Ausrichtung des Saisonfinales in Russland, treten aber an. Lesser verpasst das Podest und ärgert sich über sich selbst. Und der Franzose Fourcade jagt Rekorde.
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Biathlet Erik Lesser hat zum Auftakt des umstrittenen Saisonfinales im russischen Tjumen im Sprint als bester Deutscher den fünften Platz belegt. Der 29-Jährige blieb am Schießstand fehlerfrei und verpasste nach zehn Kilometern seinen dritten Podestplatz in diesem Winter nur um 4,9 Sekunden. Seinen achten Saisonsieg sicherte sich der Franzose Martin Fourcade. Der fünfmalige Olympiasieger verwies mit 33,2 Sekunden seinen Teamkollegen Simon Desthieux und den Schweden Frederik Lindström (+ 33,5 Sekunden) auf die Plätze.

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Lesser lag nach dem Schießen noch auf dem zweiten Rang, fiel dann aber noch deutlich zurück. „Am Ende kann ich froh sein, dass ich mit Platz fünf nach Hause fahre“, kritisierte Lesser sich selbst im ZDF: „Dass ich so krachen gehe, hätte ich nicht erhofft.“ Sprint-Olympiasieger Arnd Peiffer wurde nach einem Fehler mit 50 Sekunden Rückstand Achter. Johannes Kühn als Zwölfter (1/+1:10,6 Minuten) und Massenstart-Weltmeister Simon Schempp als 17. (2/+1:30,5 Minuten) schafften es ebenfalls noch in die Top 20.

Das Saisonfinale steht unter erheblicher Spannung. Wegen des russischen Dopingskandals boykottieren unter anderem die Biathleten aus den Vereinigten Staaten, Kanada, Tschechien und der Ukraine die Sibirien-Rennen. Die Deutschen hatten sich in einem Brief an den Weltverband (IBU) gegen die Ausrichtung ausgesprochen. Auch der 29-Jährige Lesser hatte die Ausrichtung der letzten Saisonrennen in Sibirien hart kritisiert. Nachdem die IBU aber entschied, die Wettbewerbe dort zu belassen, war für die Deutschen ein Boykott kein Thema mehr.

Derweil reagierte die IBU auf die Befürchtungen der Athleten, dass die Proben in Russland nicht ordnungsgemäß untersucht werden. Wegen des Skandals um mutmaßliches russisches Staatsdoping ist die nationale Anti-Doping-Agentur (Rusada) seit dem November 2015 von der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) suspendiert. Die Proben werden nun von einer deutschen Agentur genommen und dann in einem Kölner Labor untersucht.

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Fourcade machte unterdessen mit seinem achten Saisonsieg einen weiteren Schritt zu seinem siebten Weltcup-Gesamtsieg in Serie. Zudem stand er in allen 20 Saisonrennen, die er bestritten hat, auf dem Podium. Beides hat vor ihm noch kein anderer Skijäger geschafft. Fourcade schnappte im letzten Sprint seinem norwegischen Dauerrivalen Johannes Thingnes Bö (14.) auch noch die kleine Kristallkugel für die Disziplinwertung weg.

Quelle: ad./dpa
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