Aufruf zur Vorsicht

Japanische Bahnunternehmen kämpfen mit verlorenen Kopfhörern

Von David Rech
Aktualisiert am 09.11.2020
 - 15:54
Mit verkabelten Kopfhörern sind Bahnfahrer in Tokio auf der sicheren Seite.
Kabellose Kopfhörer werden an japanischen Bahnstationen so oft verloren, dass ein Bahnunternehmen jetzt erfinderisch geworden ist.

Japanische Eisenbahnunternehmen haben ein Problem. Nicht mit mangelnder Pünktlichkeit, nein, für ihre Pünktlichkeit sind japanische Züge weltweit bekannt. Das Problem, das die Zugunternehmen haben, sind kabellose Kopfhörer. Denn diese scheinen den Bahnfahrern beim Betreten oder Verlassen der Züge häufig aus den Ohren und mitten ins Gleisbett zu fallen. So häufig sogar, dass sich einzelne Bahnlinien jetzt an ihre Kunden gewandt haben und zu Vorsicht aufrufen.

Wie die Japan Times berichtet, seien zwischen Juli und September an 78 Bahnhöfen in Tokio 950 solcher Fälle bekannt geworden. Das Bergen dieser verlorengegangenen und oftmals teuren Kopfhörer sei lästig, berichtet die Zeitung und beruft sich auf Aussagen von Mitarbeitern der East Japan Railway Co (JR East), eine der weltweit größten Bahngesellschaften für Personenverkehr.

Um Dinge aus dem Gleisbett zu fischen, nutzen Mitarbeiter von JR East lange Greifzangen, mit denen sie viel Verlorenes problemlos bergen können. Viele kabellose Kopfhörer aber sind zu klein und bleiben zwischen Gleisschotter stecken. JR East hat sich deshalb mit dem Technologiekonzern Panasonic zusammengetan, um ein spezielles Gerät zu entwickeln, das solche Gegenstände, wie ein Staubsauger, aus dem Gleisbett holt. Prototypen sind bereits im Einsatz.

Quelle: FAZ.NET
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