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Champagner für die Feiertage

Zum Feste nur das Beste

Von Stephan Reinhardt
Aktualisiert am 23.12.2019
 - 17:31
Sekt, Champagner oder Wein? Gerade an Weihnachten darf es ein Champagner sein, meint unser Kolumnist.
Normalerweise schreibt er in seiner F.A.S.-Kolume „Reiner Wein“ über die besten Weine: Zu Weihnachten empfiehlt Weinkolumnist Stephan Reinhardt allerdings auch perlende Champagner – aber bitte nur in angemessenen Gläsern!

Wenn nicht jetzt Champagner, wann dann? Ich persönlich mag es ja nicht, den Genuss einer geistreichen und belebenden Kreation wie Champagner allein auf die Festtage zu reduzieren. Ich trinke Champagner das ganze Jahr über, und in meinem Kühlschrank steht immer mehr Champagner als Wasser, Milch und Bier zusammen. Gerade steht Jacquesson drin, die gesamte Reihe: die weißen 2002er Lagen-Champagner, der vollmundig-weinige, knochentrockene 2011 Rosé Terres Rouges und die Cuvée No. 742. Jacquesson, gegründet im Jahr der Französischen Revolution, wurde in den letzten 21 Jahren von Laurent und Jean-Hervé Chiquet zu einem der besten Häuser der Champagne gemacht. Von ihren 20 ökologisch bewirtschafteten Hektar Reben erzeugen die Brüder eine Reihe von außergewöhnlich klaren, rassigen und puristischen Schaumweinen.

Der fortlaufend numerierte Extra Brut der 700er-Serie ist ständiger Gast in meinem Kühlschrank. Die aktuelle Cuvée No. 742 basiert auf Trauben der 2014er Lese und wurde mit einem Drittel an Reserve-Weinen komplettiert. Das Resultat ist durchdringend rassig, aber auch dicht, konzentriert und lang anhaltend, mit floralen Noten sowie Zitrusfrüchten und nussigen Aromen und charakteristischen Sherry-Noten vom einjährigen Ausbau der Grundweine im Holzfass.

Sollten Sie sich fragen, was der Kolumnist denn an besonderen Tagen trinkt, wenn er Champagner ein Grundnahrungsmittel nennt? Einen der berühmtesten und objektiv betrachtet besten Prestige-Champagner: Louis Roederers Cristal. Berühmt ist dieser in Reims kreierte Blend, der die Frucht von Pinot Noir und Chardonnay aus bis zu 42 verschiedenen Lagen komponiert und mindestens sechs Jahre auf der Hefe reift, bevor er degorgiert, also von der Hefe getrennt und verkorkt wird, seit der Zarenzeit. Seit 1876 erzeugt (dem Jahr der Bayreuther Uraufführung von Wagners „Ring der Nibelungen“), ist der Cristal der beste Champagner von allen (jedenfalls für mich) erst, seit Jean-Baptiste Lécaillon die Produktion als chef de cave verantwortet und auf der Suche nach Perfektion zum biodynamischen Weinbau hinüber geschwenkt ist.

Der gerade lancierte 2012er Cristal ist hinsichtlich seiner Kombination aus Tiefe, Konzentration und Reichhaltigkeit mit Finesse und kalkgeprägter Frische nicht nur ein Seelenverwandter des wunderbaren 2009ers, sondern auch der erste Cristal, der zu 100 Prozent auf eigenen, biodynamisch erzeugten Trauben basiert. In der Tat fordert der neue Jahrgang 2012 sogar den 2008er heraus, den bislang besten Cristal seit dem legendären 2002er. Wenn Sie sich zu den Feiertagen vollmundig das Beste vom Besten gönnen wollen, dann sollten Sie sich den extravaganten, samtweichen 2012er nicht entgehen lassen. Ich persönlich mag die schlanke, mineralisch-frische und feste Art des 2008ers womöglich noch lieber, aber wir sprechen in beiden Fällen von der Quintessenz feinen Champagners.

Tatsächlich würde ich zu keiner Tageszeit einen von beiden von der Tischkante stoßen – es sei denn, mir wird der Cristal im falschen Glas gereicht. Verwenden Sie bitte niemals eine Champagner-Flöte oder ein zu kleines Glas für große Schaumweine wie den Cristal. Das meiner Ansicht nach beste Glas für Champagner ist das von Lehmann in Reims produzierte Grand-Cru-Champagnerglas „Jamesse Prestige“. Der breite Glaskörper, der sich zum überaus feinen Glasrand verjüngt, konzentriert die Aromen, gibt ihnen aber zugleich genügend Raum zur lässigen Entfaltung. Ich probiere jeden Schaumwein aus diesem Glas, da es jede Unfeinheit gnadenlos enttarnt und jeden guten Schaumwein erst richtig zur Geltung bringt. In diesem Sinne: Frohe Feiertage!

Preise: Jacquesson Cuvée No. 742: 49,90 Euro über weinhalle.de; Roederer Cristal 2012: 222 Euro (2002: 444 Euro) über guteweine.de, (2008: 215 Euro bei tesdorpf.de); das Grand-Cru-Champagnerglas Jamesse Prestige kostet 28 Euro bei lehmannglas.de.

Quelle: F.A.S.
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